Archiv für den Monat: Februar 2015

Historisches in unterhaltsamer Form

Heute gibt es zur Abwechslung einmal ein paar Surftipps, die für Aufheiterung an trüben Wintertagen sorgen sollen: Neben zahllosen Websites, die sich historischen Themen ernsthaft nähern, findet man auch einige, die vor allem das Unterhaltsame der Weltgeschichte in den Vordergrund stellen. Den folgenden dreien glückt das auf ganz unterschiedliche, aber jeweils bemerkenswerte Art.

1. Ask the Past

Im Blog der Historikerin Elizabeth Archibald dreht sich alles um teils fragwürdige, teils verblüffende, aber immer höchst amüsante lebenspraktische Hinweise aus historischen Texten. Die abgedeckte Zeitspanne reicht von der Antike bis ins beginnende 20. Jahrhundert, der Schwerpunkt liegt aber eindeutig auf Mittelalter und früher Neuzeit. Wer schon immer gern übers Wasser gewandelt wäre, exotischen kulinarischen Genüssen gegenüber aufgeschlossen ist oder auch nur Klebstoff braucht, findet hier eine Fülle von Tipps und Tricks, die in den meisten Fällen allerdings nicht unbedingt zur Nachahmung empfohlen sind …

 

2. Hark! A Vagrant

Der episodische Webcomic der Kanadierin Kate Beaton befasst sich primär, aber nicht ausschließlich mit historischen Themen. Boshaft, absolut respektlos und oft in deftiger Sprache, aber immer sehr humorvoll werden historische und literarische Figuren aller Art durch den Kakao gezogen: Herodot und Thukydides bekommen ebenso ihr Fett weg wie berühmte Komponisten, die Wikinger oder Jane Austens Stolz und Vorurteil. Häufig gilt die unterschwellige Kritik aber auch gar nicht den dargestellten Persönlichkeiten an sich, sondern ihrer Wahrnehmung in der modernen Populärkultur (so etwa im Falle der Tudors). Lesenswert sind übrigens auch die Kommentare der Autorin zum jeweiligen Comic.

 

3. Hist-Rom

Zugegeben, einen Nachteil hat Stefan Crammes Bibliographie- und Rezensionsseite zu historischen Romanen über das alte Rom: Updates gibt es nur alle Jubeljahre einmal, ob nun auf der Hauptseite oder im zugehörigen Blog. Auch wer Spoiler fürchtet wie der Teufel das Weihwasser ist hier nicht gut bedient, denn in jeder Rezension wird die Handlung des besprochenen Romans bis ins Detail vollständig nacherzählt, so dass bei einer Lektüre keine großen Überraschungen mehr bleiben dürften. Wer mit beidem leben kann, wird jedoch reich belohnt, denn es gibt wahrscheinlich kaum eine andere Website, auf der historische Romane so fundiert auf ihren geschichtlichen Gehalt abgeklopft werden wie hier. Auf sehr unterhaltsame Weise kann man so noch manch ein Detail zum alten Rom dazulernen, denn Cramme entgeht vom Tippfehler bis zum historischen Missverständnis so gut wie nichts. Bei aller Ernsthaftigkeit blitzt dabei durchaus hier und da Humor auf, wie etwa bei dieser Rezension eines allem Anschein nach ziemlich haarsträubenden Buchs.