Archiv für den Monat: April 2016

Buchtipps: Natur

Wer schon länger auf Ardeija.de mitliest, weiß wahrscheinlich, dass ich eigentlich aus gutem Grund keine naturwissenschaftlichen Sachbücher vorstelle. Wie gesagt, eigentlich – denn einige Bücher aus diesem Bereich sind einfach viel zu schön und interessant, um sie nicht zu erwähnen, auch wenn keine ganzen Rezensionen daraus geworden sind. Mehr dazu hier.

Magie im Alltag

Neu rezensiert: Magie im Alltag

Die Grundidee von Karl-Heinz Götterts Magie im Alltag ist eigentlich überzeugend: Heutiger Aberglaube und Gewohnheiten wie das Daumendrücken, deren ursprünglichen Sinn kaum jemand mehr versteht, werden zum Ausgangspunkt genommen, in knappen Artikeln allerlei Aspekte der Kulturgeschichte der Magie zu beleuchten. Warum dennoch nicht alles daran zauberhaft ist, erfährt man in der neuen Rezension.

Der Gefangene des Himmels

Neu rezensiert: Der Gefangene des Himmels

Carlos Ruiz Zafóns Der Gefangene des Himmels ist ein Jonglieren mit Versatzstücken der Weltliteratur vor dem düsteren Hintergrund des Franco-Regimes und zugleich ein gutes Beispiel für ein Buch, bei dem man die Handwerkskunst des Autors anerkennen muss, ohne subjektiv in große Begeisterungsstürme ausbrechen zu können. Mehr darüber in der neuen Rezension.

Lesemäuse

Lesetipps in Kurzform 2 (Bücher)

Spätestens am Mittwoch wird es doch eigentlich Zeit, sich Gedanken über die Wochenendgestaltung zu machen. Wer noch auf der Suche nach dem nötigen Lesestoff für die nächsten freien Tage ist, findet hier zwei Buchtipps.

Altes Land

Seit Dörte Hansens Roman die Bestsellerlisten im Sturm erobert hat, ist darüber schon so viel geschrieben worden, dass sich eine ausführliche Rezension kaum lohnt. Dennoch verdient die Geschichte um die unangepasste Vera von Kamcke, die als ostpreußisches Flüchtlingskind im Alten Land nahe Hamburg strandet, und ihre aus anderen Gründen vom Leben gebeutelte Nichte Anne, die es Jahrzehnte später ebenfalls dorthin verschlägt, immerhin eine kurze Erwähnung. Denn die Auseinandersetzung mit dem eigentlich sehr ernsten Thema, wie eine nie aufgearbeitete Vergangenheit noch die nachgeborenen Generationen belasten kann, ist unerwartet humorvoll und vergnüglich. Zu einem Gutteil ist das den herrlich sperrigen Charakteren zu verdanken, aber auch der atmosphärischen Schilderung von Veras altem Bauernhaus (das fast selbst eine Figur mit eigenem Willen zu sein scheint) und nicht zuletzt den bisweilen boshaften, aber durchaus treffenden Karikaturen verschiedener Menschentypen der Hamburger Gesellschaft. Eine klare Lesenempfehlung für alle, die es mögen, wenn ein Buch, das einen eben noch angerührt oder gar schockiert hat, auf der nächsten Seite schon wieder zum Schmunzeln reizt.

Dörte Hansen: Altes Land. München, Knaus, 2015, 288 Seiten.
ISBN: 9783813506471

Skriptorium

Zugegeben, man kann umfangreichere und ausführlichere Sachbücher zum Thema Paläographie finden, aber wohl kaum ein charmanteres als Vera Trosts unterhaltsame kleine Einführung in die mittelalterliche Buchherstellung. Man erfährt nicht nur das Grundlegendste über Schreiber, Pergament, Farben und Tinte, sondern kann sich auch an zahlreichen Abbildungen aus Handschriften und Inkunabeln erfreuen. Daneben gibt es Fotos von Schreibmaterialien zu bestaunen. Zahlreiche, oft auch zweisprachig wiedergegebene Zitate aus mittelalterlichen Quellen erschließen nicht nur überliefertes Wissen über Farbpigmente oder den pfleglichen Umgang mit Büchern, sondern lassen einen auch einen Blick auf den Alltag erhaschen, wenn etwa ein Schreiber in Wort und Bild über eine lästige Maus flucht.

Vera Trost: Skriptorium. Stuttgart, Belser, 2011, 48 Seiten.
ISBN: 9783763025947

Der Gallische Krieg

Neu rezensiert: Der Gallische Krieg. Geschichte und Täuschung in Caesars Meisterwerk

Caesars Gallischer Krieg ist ein derart bekanntes Werk, dass man fälschlich vermuten könnte, es wäre schon alles darüber gesagt. Doch weit gefehlt. Wie viel es zu entdecken gibt, wenn man sich dem Text gezielt von der literarischen Seite nähert, beweist Markus Schauers spannende Studie, die mit ihrem Objekt den (deutschen) Titel teilt. Die neue Rezension ist hier zu finden.