Dass Geschichte nicht trocken und nüchtern dargeboten werden muss, sondern spannend wie ein Roman sein kann, beweist Klaus Rosen in seiner brillant geschriebenen Biographie Attila. Der Schrecken der Welt, die neben dem berühmten Hunnenkönig auch die politschen Strukturen der Spätantike vorstellt und überzeugend deutet. Alles Weitere darüber in der neuen Rezension.
Neu rezensiert: Die Ritter
„Ritter“ – das dürfte die erste Assoziation sein, die vielen Menschen beim Stichwort „Mittelalter“ in den Sinn kommt. An Werken, die sich mit dem historischen Rittertum oder mit den Rittern der höfischen Literatur befassen, mangelt es dementsprechend nicht. Karl-Heinz Götterts Buch ist dennoch etwas Besonderes, da es beide Aspekte – den realen wie den fiktiven Ritter – in einer überzeugenden Gesamtdarstellung würdigt. Zur neuen Rezension geht es hier entlang.
Neu rezensiert: Liebe in den Zeiten der Römer
Liebe und Sexualität gab es selbstverständlich auch in der Römerzeit, doch der Umgang der Forschung damit ist bis heute nicht unverkrampft. Moralische Bedenken und die Überbetonung von Fremdheit und Distanz führen oft zu einem Zerrbild. In Liebe in den Zeiten der Römer leistet Günther Emerich Thüry daher Aufklärungsarbeit im besten Sinne. Mehr darüber in der neuen Rezension.
Neu rezensiert: Kunst der Vorzeit
Prähistorische Kunstwerke in Höhlen und an Felswänden beeindrucken und faszinieren bis heute. Fast vergessen ist dagegen die Geschichte ihrer frühen Erforschung. Wer mehr darüber erfahren möchte, wird in dem ansprechenden Ausstellungskatalog Kunst der Vorzeit fündig, der in der neuen Rezension vorgestellt wird.
Neu rezensiert: Mit Leier und Schwert
Kaum ein frühmittelalterliches Musikinstrument ist so gut erhalten wie die sogenannte „Trossinger Leier“. In dem kleinen, aber feinen Band Mit Leier und Schwert stellen Barbara Theune-Großkopf und weitere Wissenschaftler den Fundkomplex vor, dem die Leier entstammt. Zur neuen Rezension geht es hier entlang.
Neu rezensiert: Die Merowinger
In eine ebenso spannende wie komplizierte Epoche führt Sebastian Scholz mit seiner gut lesbar geschriebenen Einführung Die Merowinger. Neben dem fränkischen Herrscherhaus und seinen ständigen internen Konflikten stehen dabei vor allem die Bischöfe und ihre Rolle bei der Entwicklung des Frankenreichs im Mittelpunkt. Mehr darüber in der neuen Rezension.
Neu rezensiert: Der Maler des Verborgenen
Wer schon länger auf Ardeija.de mitliest, weiß wahrscheinlich, wie sehr ich mich für Leonardo da Vinci interessiere. Heute geht es jedoch nicht um ein Sachbuch über den weltbekannten Renaissancekünstler, sondern um einen Roman, der sein Leben nacherzählt. Wie überzeugend das Bild ist, das John Vermeulen von seinem Helden entwirft, erfährt man in der neuen Rezension.
Neu rezensiert: Hirten, Bauern, Götter
„Landwirtschaft“ ist wohl kaum der erste Begriff, der den meisten Menschen beim Stichwort „Römer“ in den Sinn kommt. Wie prägend Ackerbau und Viehzucht dennoch für die römische Gesellschaft und das tägliche Leben eines Großteils ihrer Mitglieder waren, zeigt Werner Tietz in seinem schönen Buch und räumt dabei zugleich mit manchem Vorurteil auf. Die neue Rezension ist hier zu finden.
Lesetipps in Kurzform 3 (Bücher und Links)
An einem Sonntag mit so trübem Regenwetter wie heute braucht man besonders dicke Wohlfühlbücher, um sich abzulenken. Hier sind drei Buchtipps für in jeder Hinsicht vielseitigen Lesespaß, gefolgt von interessanten Links:
Buchtipps
Van Gogh. Sein Leben
Egal ob man nun Kunstliebhaber ist oder nicht, die grandiose Van-Gogh-Biographie von Steven Naifeh und Gregory White Smith sollte man sich nicht entgehen lassen. Wenigen Werken gelingt es so gut, eine bekannte Persönlichkeit zugleich als Menschen und als Künstler fassbar zu machen. Sprechen einen zuerst die vielen Abbildungen an, die Vincent van Goghs Umfeld, seine Kunst und seine Zeit lebendig werden lassen, ist es am Ende doch die quellennah gearbeitete Darstellung, die am meisten fasziniert und berührt. Zudem warten die beiden Autoren noch mit einer Neuinterpretation von van Goghs Todesumständen auf, die sich spannend wie ein Krimi liest und einem – ob man ihr nun folgen will oder nicht – zumindest demonstriert, dass scheinbare Gewissheiten oft erst dadurch zustandekommen, dass sie über Jahrzehnte hinweg als wahr tradiert werden.
Nicht zuletzt kann jeder Kreative, der gelegentlich mit den eigenen Misserfolgen hadert, aus der tragischen Lebensgeschichte einen Hauch von Hoffnung schöpfen: Was man selbst vielleicht als Scheitern erlebt, sagt nicht viel darüber aus, wie die eigene Kunst später einmal wahrgenommen werden wird.
Steven Naifeh, Gregory White Smith: Van Gogh. Sein Leben. Frankfurt am Main, S. Fischer, 2012, 1213 Seiten.
ISBN: 9783100515100
Die frühen Völker Eurasiens
Wird im ersten heute vorgestellten Buch das Leben eines Einzelnen aus einer uns historisch sehr nahen Epoche nachgezeichnet, geht es im zweiten um die Rekonstruktion des Daseins ganzer Kulturen in Zeiten, aus denen schriftliche Überlieferungen entweder fehlen oder nur von fremden Beobachtern stammen. Wer sich für Skythen, Hunnen und ähnliche Steppenvölker begeistern kann, für den kommt es der Seligkeit schon recht nahe, in Hermann Parzingers wunderbarem Werk zu versinken. Minutiöse archäologische Fund- und Befundbeschreibungen, scharfsinnige Interpretationen, hilfreiche Epochenübersichten sowie umfangreiches Bild- und Kartenmaterial lassen keine Wünsche offen. Die traumhaften Aufnahmen von Steppenlandschaften zu unterschiedlichen Jahreszeiten hätten eigentlich statt der ihnen gewidmeten Farbtafeln fast schon einen eigenen Bildband verdient, so gelungen sind sie. Übrigens lassen sich die einzelnen Abschnitte auch gut unabhängig voneinander lesen, so dass man bei Bedarf gleich zu seinem Lieblingsthema springen kann, statt sich nach und nach dorthin vorzuarbeiten.
Hermann Parzinger: Die frühen Völker Eurasiens. Vom Neolithikum bis zum Mittelalter. München, C. H. Beck, 2006, 1045 Seiten.
ISBN: 978346549618
Das große deutsche Sagenbuch
Zu düsteren Lichtverhältnissen und zum wohligen Rückzug in den Lesesessel passen besonders gut auch unheimliche und gespenstische Geschichten, und die bietet Heinz Röllekes Sammlung von Sagen aus dem gesamten deutschen Sprachraum in Hülle und Fülle. Von bekannten Figuren wie Klaus Störtebeker über eher lokal bedeutende Spukgestalten und Fabelwesen bis hin zu völlig bizarren Erscheinungen (so etwa einem lebendig gewordenen Kuchen) kann einem hier so einiges begegnen. Über 1000 zumeist kurze Sagen sind nach Herkunftslandschaften geordnet präsentiert und bieten einen mythisch-magischen Blick auf bekannte Orte und ihre Geschichte in Mittelalter und Neuzeit.
Heinz Rölleke: Das große deutsche Sagenbuch. Von Hexen und Zwergen, Teufeln und Geistern, Riesen, Kobolden und Wassernixen. Düsseldorf, Artemis & Winkler, 3. Aufl. 2008, 1019 Seiten.
ISBN: 9783538040052
Linktipps
Unbedingt lesen sollte man Petra van Cronenburgs klugen Artikel über ihren Entschluss, künstlerisch noch einmal ganz neu durchzustarten. Ihre Gedanken über das Älterwerden als kreative Freiberuflerin und nicht zuletzt auch über Mut und Zuversicht verdienen es, weithin rezipiert zu werden.
Spannend ist auch ein neuer Beitrag auf Moyas Buchgewimmel, in dem Sam den merkwürdigen Begriff „Stimmungsleser“ unter die Lupe nimmt. Ihre Beobachtungen lassen einen durchaus ins Grübeln kommen, was die Auswirkungen von Blogs und sozialen Medien auf den Umgang mit Literatur betrifft.
Neu rezensiert: Das klassische Griechenland
Nach den anderen Bänden der Reihe C. H. Beck Geschichte der Antike ist mittlerweile auch Sebastian Schmidt-Hofners Beitrag zum Klassischen Griechenland erschienen, der von der berechtigten Frage ausgeht, was an dieser Epoche eigentlich „klassisch“ ist, und eine lesenswerte Antwort darauf findet. Zur neuen Rezension geht es hier entlang.