Und noch einmal Werbung: Die Teeräuber

Wie neulich schon im Beitrag zu meiner Kurzgeschichte Songs for Fools and Children angekündigt, gibt es heute noch einmal Werbung in eigener Sache: Mein Roman Die Teeräuber ist vor einigen Tagen bei Books on Demand erschienen.

Cover des Romans "Die Teeräuber"

Covergestaltung: Sameena Jehanzeb

Zwar knüpft das neue Buch an meinen ersten Roman Tricontium und im gewissen Maße auch an das Rattenlied (mehr darüber hier) an, aber Die Teeräuber lassen sich unabhängig von den älteren Geschichten lesen:

Schmuggel, Teeraub und versuchter Mord – all das ist für Richterin Herrad leider nichts Ungewöhnliches. Diesmal allerdings sind die Hauptverdächtigen alte Bekannte ihres Mannes Wulfila. So droht bald die Vergangenheit die Gegenwart zu überschatten, während sich Gespenster in die Welt der Lebenden einmischen und immer mehr darauf hindeutet, dass vielleicht sogar Dämonen die Hörner im Spiel haben …

Doch Geisterspuk und Verbrechen sind natürlich nicht das Einzige, worum es im Novembergrau der märchenhaft mittelalterlichen Stadt Aquae Calicis geht. Die Teeräuber sind auch ein Buch über Freundschaften, ihr Scheitern und ihr Gelingen sowie den Umgang mit dem, was sich nicht ändern lässt – und natürlich eines über Tee und einen kleinen Drachen.

Cover und Buchgestaltung stammen wie gewohnt von Sameena Jehanzeb (saje design).

Wer neugierig geworden ist, findet hier eine Leseprobe (PDF).

Maike Claussnitzer: Die Teeräuber. Norderstedt, Books on Demand, 2019, 648 Seiten, 17 Euro.
ISBN: 978-3750413702

Sobald außer dem Taschenbuch auch das E-Book erschienen ist, gibt es hier im Blog noch einmal einen Hinweis darauf.

Werbung in eigener Sache: Songs for Fools and Children

Allen Leseratten und Bücherwürmern einen schönen ersten Advent!

Der erste Beitrag im Dezember ist zur Abwechslung einmal keine Rezension, sondern Werbung in eigener Sache. In der amerikanischen Onlinezeitschrift Swords and Sorcery Magazine ist eine Kurzgeschichte von mir auf Englisch erschienen.

Trotz ihrer sehr unterschiedlichen Berufswahl haben die Kriegerin Meara und der Skalde Orm zweierlei gemeinsam: Sie können mit Geistern sprechen und haben außerdem die Neigung, um Ecken zu denken, die anderen in der Wikingersiedlung Straela gar nicht auffallen. Doch schon vor Jahren hat eine Tat, die Meara einen eher fragwürdigen Ruf eingebracht hat, die einst enge Freundschaft der beiden zerstört. Dass sie sich nun ausgerechnet nach einem blutigen Kampf wiedersehen, in dem sie nicht auf derselben Seite gestanden haben, verheißt nichts Gutes – oder etwa doch?

Anders als meine anderen Geschichten ist diese frei im Internet zugänglich. Wer neugierig geworden ist, findet Songs for Fools and Children hinter diesem Link.

Was Neuigkeiten in Sachen Schreiben angeht, lohnt es sich übrigens, in nächster Zeit meine Blogbeiträge im Auge zu behalten – bald gibt es diesbezüglich noch eine Ankündigung zu machen.

Neu rezensiert: Die Kormorane von Ut-Röst

Spätherbst und Winter sind immer wieder auch die passende Zeit für die Lektüre von Sagen und Märchen. Dabei lohnt es sich oft auch, sich auf die Suche nach älteren Ausgaben zu machen, die nicht unbedingt immer die schlechteren Geschichten und Übersetzungen enthalten. Zu diesen schon einige Jahrzehnte alten Märchenbüchern zählen Die Kormorane von Ut-Röst, die in ein von Trollen, Riesen und Wichteln bevölkertes Norwegen führen und hier rezensiert sind.

Neu rezensiert: Eine Kiste voller Weihnachten

Ganz allmählich rückt der erste Advent näher – höchste Zeit also, sich mit Lektüre einzudecken, die einen in Weihnachtsstimmung bringt. Ralf Günthers Erzählung über einen aufregenden Heiligabend zwischen Dresden und dem Erzgebirge verspricht nicht nur ein Buch, sondern gleich Eine Kiste voller Weihnachten. Was es damit auf sich hat, ist in der neuen Rezension nachzulesen.

Neu rezensiert: Das alte Ägypten

Pharaonen, Pyramiden, zeitlose Kunstwerke und eine bunte Götterwelt: Die ägyptische Kultur fasziniert bis heute, kann aus der Laienperspektive aber in ihrer Jahrtausende umspannenden Entwicklung auch schnell unübersichtlich wirken und verwirren. Abhilfe schafft Hermann A. Schlögls kompakte Einführung Das alte Ägypten. Mehr darüber in der neuen Rezension.

Neu rezensiert: Something Human

Nach mehreren nur von einer Kurzgeschichtenbesprechung unterbrochenen Sachbuchrezensionen ist nun einmal wieder ein Roman an der Reihe: A. J. Demas‘ Something Human ist vordergründig eine leichte Liebesgeschichte, überzeugt aber vor allem durch eine detailverliebt ausgemalte pseudoantike Welt. Viel Spaß bei der Lektüre der neuen Rezension!

Neu rezensiert: Viking Worlds

Für alle Wikingerbegeisterten ist der Tagungsband Viking Worlds, der Ergebnisse aus den verschiedensten Forschungsfeldern vereint, eine ebenso empfehlenswerte wie vielfältige Lektüre: Von Sagaliteratur über Herrschersitze bis hin zu Webgewichten ist hier fast alles vertreten, was Rückschlüsse über eine vergangene Welt – oder vielmehr vergangene Welten – erlaubt. Näheres zu den einzelnen Aufsätzen in der neuen Rezension.

Neu rezensiert: Die Welt zur Zeit Jesu

Gäbe es einen Preis für die schönste Widmung eines Buchs, Werner Dahlheim hätte ihn verdient. Die Art, wie er Die Welt zur Zeit Jesu seiner Enkelin Elisabeth zueignet, lässt einem warm ums Herz werden. Doch auch ganz abgesehen davon hat seine spannende und elegante Darstellung der allmählichen Christianisierung des römischen Reichs viel zu bieten. Die neue Rezension verbirgt sich hinter diesem Link.

Lesetipp: Runa

Im letzten Jahr um diese Zeit erschien Sameena Jehanzebs Winterhof, ein origineller und moderner Blick auf den Schneeköniginnenstoff. Nun ist die Autorin in dieselbe Welt zurückgekehrt, um erneut ein düsteres Märchen von Tod und Liebe zu erzählen, das allerdings vor dem älteren Roman spielt: Runa. Eine kurze Geschichte vom Winterhof.

Wie der Titel schon ahnen lässt, steht hier Runa im Mittelpunkt, die geheimnisvolle junge Frau, die in Winterhof überwiegend im Hintergrund agiert. Das Leben hat sie nicht verwöhnt: Als Kind einer gewalttätigen Mutter aufgewachsen und von der Gesellschaft im Stich gelassen, sieht sie ihre einzige Chance in der Flucht in Kriminalität und Obdachlosigkeit. Nur ein besonderer Gegenstand, der ihr auf einem ihrer Streifzüge in die Hände fällt, spendet ihr Trost. Doch auf der Straße sind selbst Kleinigkeiten von geringem objektiven Wert schnell gefährdet.

Einsam wie Runa ist auch Ida, die kalte Herrin des Winterhofs. Frei wie eine Stadtstreicherin kann sie sich allerdings nur in der eisigsten Jahreszeit bewegen, und selbst dann bringen Begegnungen mit ihr meist kein Glück und tun auch ihr insgeheim nur weh – es sei denn, man ist kein Mensch wie alle anderen …

Wer Winterhof gelesen hat (was zum Verständnis der Geschichte nicht zwingend notwendig ist), ahnt natürlich schon, wie die Begegnung der beiden von ihrer sozialen Stellung her so gegensätzlichen und doch gleichermaßen in ihrer jeweiligen Außenseiterrolle gefangenen Frauen ausgehen wird.

Doch das Ende ist gar nicht einmal das Wichtigste an der kleinen Erzählung. Sie lebt vielmehr von Sameena Jehanzebs Talent, Schauriges zugleich faszinierend zu machen, und von ihrer einfühlsamen Charakterisierung der Figuren. Wie immer in ihren Büchern ist viel Mitgefühl mit den Schwachen und Ausgestoßenen dabei, das deren Handeln nachvollziehbar macht, ohne es zu entschuldigen, daneben aber auch ein untrügliches Gespür für die finsteren Aspekte von Mythen, Sagen und Märchen. Sentimentalität kann da nicht aufkommen, aber doch so etwas wie ein Moment des Trosts inmitten sehr bitterer Verhältnisse.

So ist die – um einmal die Geschichte selbst zu zitieren – „grausamschöne Welt des Winterhofs“ auch diesmal wieder einen Ausflug wert. Wer sich dem Winter entgegengruseln möchte, findet in Runa und Ida kundige Reisebegleiterinnen.

Sameena Jehanzeb: Runa. Eine kurze Geschichte vom Winterhof. Norderstedt, Books on Demand, 2019 (E-Book).
ISBN: 978-3749480715