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Die Geister von La Spezia

1822 stirbt Percy Bysshe Shelley beim Segeln vor der italienischen Küste. Aber war sein Tod wirklich ein tragischer Unfall infolge schlechten Wetters, wie zunächst angenommen wird? Angeblich hat Shelleys Vater daran seine Zweifel – so zumindest erzählt es die Ermittlerin Pat Colombari Monate später der Witwe Mary Shelley. Pat verfügt über die Fähigkeit, mittels einer speziellen Technik in die Erinnerungen anderer Menschen einzusteigen und so deren Blick auf die Vergangenheit nachzuerleben. Nach anfänglichem Zögern willigt Mary ein, Pat Zugang zu ihren Erinnerungen und damit vielleicht auch zu Hinweisen auf Percys wahres Schicksal zu gewähren. So taucht Pat tief in das Leben der kleinen Künstlerkolonie ein, die sich in Italien um den mit den Shelleys befreundeten Lord Byron gebildet hat, und wird Zeugin von allerlei zwischenmenschlichen Verwicklungen und törichten Eskapaden. Mehr und mehr zeichnet sich dabei ab, dass es ein düsteres Geheimnis in der Vergangenheit der Shelleys gibt, das in ihre Zeit in der Schweiz zurückführt, und dass Mary nicht daran gelegen ist, alles darüber preiszugeben. Doch auch Pat selbst ist vielleicht nicht ganz ehrlich, was den eigentlichen Zweck ihrer Erinnerungsreise betrifft …

Zugegeben, ein wenig führt der Titel von Oliver Plaschkas neuem Fantasyroman in die Irre: Die Geister von La Spezia sind keine klassische Spukgeschichte, sondern verbinden einen hervorragend recherchierten historischen Roman mit verschiedenen Fantasyelementen, die teilweise an Mary Shelleys Frankenstein angelehnt sind, daneben aber auch noch eine vielschichtige Zeitreisethematik einführen, die sich nicht einfach nur auf den Einstieg in fremde Erinnerungen beschränkt, wie man zunächst annehmen könnte, sondern sich zu einem zusätzlichen Handlungsstrang um Pat entwickelt, der alles am Ende noch einmal in einem ganz anderen Licht erscheinen lässt.

Ohnehin ist das subtile Verschieben von Wahrnehmungen und Sichtweisen eine der großen Stärken der Geister von La Spezia. Hat man anfangs noch den Eindruck, dass die Erinnerungssequenzen sich so ähnlich auch in einem historischen Roman abspielen könnten, der, um eine fiktive Perspektivfigur ergänzt, das Leben der Shelleys und ihres Umfelds schildert, wird es im weiteren Verlauf zunehmend phantastisch, und das nicht nur, weil die finsteren Geheimnisse der Shelleys selbstverständlich in übernatürlicher Weise über das, was über ihre realen Vorbilder bekannt ist, hinausgehen, oder weil dank des Grundprinzips der Erinnerungsreise recht drastische Wendungen möglich werden (so etwa, wenn ein körperlicher Vergewaltigungsversuch mit einer Art geistiger Vergewaltigung gekontert wird). Vielmehr wird immer stärker deutlich, dass die bereisten Erinnerungen nicht unbedingt die reine Wahrheit widerspiegeln, sondern von Gefühlen und Gedanken der jeweils Zugang gewährenden Person geprägt sind, so dass der Aufenthalt an ein- und demselben Ort in der Rückschau einer Figur zur eisigen Albtraumvision mit bewusst verfälschten Details werden kann, während er für eine andere ein mildes Idyll war.

So erstaunt es nicht, dass sich als eine der zentralen Fragen des Romans herauskristallisiert, wie genau das Verhältnis zwischen Gedächtnis und Wirklichkeit beschaffen ist und inwieweit die jeweiligen Erinnerungen einen Menschen ausmachen (und somit zu einer, wenn auch nicht der Wahrheit werden). Damit geht einher, dass dieselben Personen von unterschiedlichen Zeitgenossen als „gut“ oder „schlecht“ wahrgenommen werden, und diesen Widerspruch löst Oliver Plaschka in seiner Schilderung des Kreises um Byron und die Shelleys auch bewusst nicht auf. Ihm gelingt der Balanceakt, einerseits durchaus Mitleid mit ihrem jeweiligen Schicksal zu erregen (allein schon die horrende Kindersterblichkeit der Epoche gibt allen Grund dazu), andererseits aber auch nicht darüber hinwegzutäuschen, dass auch Menschen, die zu Ikonen einer literarischen Bewegung werden und zumindest nominell für ihre Zeit progressive Ideen vertreten, nicht unbedingt moralische Vorbilder sein müssen. Die Hauptfiguren gehen teilweise grässlich miteinander und mit sich selbst um, und wie wenig alle Freiheits- und Fortschrittsideale nützen, wenn man in seinem persönlichen Leben schlicht kein anständiger Mensch ist, sondern sich von romantisch verbrämtem Egoismus und Ehrgeiz leiten lässt, wird in aller Härte deutlich.

Ein düsteres und philosophisches Buch also? Ja, aber nicht nur, denn daneben sind Die Geister von La Spezia ein gelungenes Spiel mit der (insbesondere englischen) Literatur, und das nicht allein, weil mit Zitaten daraus nicht gespart wird (hier ist der Anglist Plaschka merklich voll in seinem Element). Vielmehr ist auch der Erzähltext selbst je nach Bedarf äußerst wandelbar und dementsprechend eine Schau stilistischen Könnens, ganz gleich, ob eine bis daher eher schemenhaft im Hintergrund agierende Gestalt sich plötzlich briefromanhaft schriftlich zu Wort melden darf oder in den Erinnerungen des zur übersteigerten Selbststilisierung neigenden Edward John Trelawny auf einmal Figurenrede in Blankversen statt in normaler Umgangssprache auftaucht. Nicht nur diese klugen Einfälle machen den Roman trotz des Ernsts seiner Thematik an vielen Stellen auch witzig: Immer wieder gibt es durchaus Situationskomik, teilweise in Form ziemlich schwarzen Humors (so etwa bei Shelleys ansonsten recht scheußlich geschilderter Leichenverbrennung).

Auch wenn Die Geister von La Spezia also anspruchsvolle und in vielerlei Hinsicht sehr literarische Fantasy bieten, sind sie damit zugleich eine unterhaltsame und obendrein auch spannende Lektüre, mithin ein großartiges Gesamtpaket, dass neben Fantasyfans auch allgemein historisch Interessierte  ansprechen dürfte.

Oliver Plaschka: Die Geister von La Spezia. Stuttgart, Klett-Cotta, 2026, 416 Seiten.
ISBN: 978-3-608-98885-7


Genre: Roman

South Breaks

Alljährlich werden auf den Spitzen der Pyramiden acht von Kindheit an dazu herangezogene Menschen geopfert, um das Heilige Reich zu erhalten und zu stärken. Auch der jungen South ist dieses Schicksal bestimmt, und nachdem sie schon einige Mitglieder der eingeschworenen Gemeinschaft, in der sie herangewachsen ist, einschließlich ihres Geliebten Moon hat sterben sehen, will sie eigentlich nur noch rasch hinter sich haben, was ihr droht. Doch auf dem Weg zu der Pyramide, auf der ihr Leben enden soll, lässt ein Felssturz alles ganz anders kommen, und mitsamt Reitmaultier von dem Mann gerettet, der sie und ihre Begleiter durch den Dschungel führen sollte, findet South sich auf einmal außerhalb des Reichs und in einer völlig fremden Umgebung wieder. Hier erhält sie nicht nur einen anderen Namen, Saya, sondern findet bald auch heraus, dass sie nicht nur über ihre eigene Herkunft, sondern auch über Sinn und Zweck der Opfer belogen worden ist, ganz zu schweigen davon, dass sie über unvermutete magische Kräfte verfügt. Wenn es nach ihr ginge, würde Saya den ihr innewohnenden Zauber von nun an nur zu Heilzwecken einsetzen und ein unauffälliges, friedliches Leben führen – doch die Priester des Heiligen Reichs ruhen nicht …

Blutige Menschenopfer, Vergewaltigung, Kindesentführung und -entziehung – einige Elemente von Hannah Steenbocks South Breaks, dem Eingangsband ihrer englischsprachigen Fantasybuchreihe um die sogenannten „Winds“ und „Pillars“, sind ziemlich starker Tobak, und von der falschen Feder geschildert, hätten diese Inhalte leicht einen ausgesprochen unangenehmen Roman ergeben können. Dass es anders kommt, ist der Tatsache zu verdanken, dass Hannah Steenbock vor allem eine Geschichte der Selbstfindung und Heilung erzählt. Für den Handlungsverlauf spielt es zwar eine entscheidende Rolle, dass South alias Saya Unsagbares angetan worden ist (und sie, zu Fügsamkeit und Passivität erzogen, erst einmal selbst erkennen muss, dass es eben unverzeihlich und nicht schlicht Normalität ist), doch je mehr sie eigene Entscheidungen zu treffen und auch auf sich selbst zu vertrauen beginnt, desto stärker erschließt sich ihr auch viel Gutes.

Die mittelamerikanischen Kulturen, an die sich im Weltenbau zahlreiche Anklänge finden, dienen in der Fantasy immer noch relativ selten als Inspirationsquelle, aber die behandelten Themen weisen ohnehin über diesen spezifischen Kontext hinaus. Denn auf den Machterhalt einer bestimmten Personengruppe ausgerichtete Reichsbildungen, deren Eliten wortwörtlich über Leichen gehen, um ihre Herrschaft abzusichern, und egalitärere Gemeinschaften, die eher auf Ausgleich bedacht sind und sich als Teil des großen Ganzen der Natur begreifen, sind als kontrastierende Entwürfe in vielen Epochen und Gegenden zu finden. Wie die mit der Ideologie des Heiligen Reichs großgewordene Saya Schritt für Schritt einen eher schamanistisch-animistisch geprägten Blick auf die Welt entwickelt, ist einfühlsam geschildert. Eine zarte Liebesgeschichte und ein zahmes Äffchen, das für gute Laune sorgt, lockern das thematische Gewicht dabei immer wieder auf, und am Ende steht neben der buchübergreifenden Reihenhandlung (auf deren Fortgang im nächsten Band ein im Epilog gemachter ganz spezieller Fund vorausverweist) nicht zuletzt auch die Aussicht auf persönliche Erfüllung ungeachtet aller Widrigkeiten im Vordergrund.

So hat man nach der Lektüre durchaus das Gefühl, dass die Widmung an those who are different ebenfalls zwei Stoßrichtungen beinhaltet: Anders ist einerseits sicher, wer es zu sein wagt und Konventionen und scheinbar unerschütterliche bestehende Verhältnisse hinterfragt – andererseits aber auch, wer unfreiwillig in irgendeiner Form „nicht normal“ ist und sich ein selbstbestimmtes Leben erst erkämpfen muss. In beiden Fällen, so der Tenor des Romans, gibt es Hoffnung, und das gewiss auch ohne die welterschütternde Magie, die hier so phantasievoll in Szene gesetzt wird.

Hannah Steenbock: South Breaks. Winds of Destiny, Book 1. Kiel, Buehsteppe Verlag, 2022 (E-Book; ISBN der Printausgabe: 979-8839187474). 

 

 

 


Genre: Roman

Der Mord in der Schlange

Das hier besprochene Buch ist Teil einer Reihe. Ein weiterer Band daraus ist auf Ardeija.de hier rezensiert worden.

London in den 1920er Jahren. Vor der letzten Vorstellung eines beliebten Stücks steht eine wahre Menschenmenge vor einem Theater an, doch plötzlich bricht ein junger Mann, ein auffälliges Messer im Rücken, zusammen. Trotz der Überfülle von Anwesenden hat angeblich niemand etwas von dem Mord mitbekommen, und Inspector Alan Grant steht vor einem Rätsel. Schon die Identität des Toten festzustellen, dauert eine ganze Weile, und selbst als sein Name endlich bekannt ist, wirft das mehr Fragen auf, als es beantwortet. Denn eigentlich, so scheint es, hatte niemand einen Grund, den eher unauffälligen Albert Sorrell, der sein Geld als Buchmacher verdient hatte, nun aber nach Amerika gehen wollte, aus dem Weg zu schaffen. Könnte er also ungeahnte Verbindungen zum organisierten Verbrechen gehabt haben, oder haben seine frühere Vermieterin und sein ehemaliger Mitbewohner, die sich höchst verdächtig verhalten, etwas zu verbergen? Als Grant endlich eine heiße Spur zu haben meint, die er bis nach Schottland verfolgt, erweist sich doch noch einmal alles als ganz anders als erwartet …

Der Mord in der Schlange, Josephine Teys erster Roman um Alan Grant, erschien im Original 1929, und bis zu einem gewissen Grade merkt man dem Buch seine Entstehungszeit und die Tatsache, dass es das Krimidebüt seiner Verfasserin war, an: Einige der Ermittlungsmethoden und der Verhaltensweisen der Polizei in Zeugenbefragungen wirken aus heutiger Sicht heillos naiv, und auch wenn es sich für die Auflösung des Falls später als hilfreich erweist, dass Grant früh in der Geschichte in einem Gespräch unbedacht Täterwissen preisgibt, ist es doch nicht das Vorgehen, das man von einem erfahrenen Inspector erwarten würde. Auch kommen Teys Stärken – die präzise Schilderung teilweise herrlich schräger Figuren und der Umgebung, in der sie sich bewegen – eigentlich erst in der zweiten Hälfte des Buchs richtig zum Tragen, während am Anfang alles noch etwas zu gerafft und geradlinig vorwärts geht und man mancher Szene ein, zwei Seiten mehr Platz wünscht, um sich zu entfalten.

In anderer Hinsicht dagegen ist die Geschichte ziemlich gut gealtert, denn die Vorurteile des Ermittlers und die Bedeutung, die er aus ihnen heraus bestimmten Indizien zumisst, werden im Laufe des Buchs Stück für Stück dekonstruiert, bis am Ende kaum noch etwas von der Einschätzung übrig ist, die er sich auf den ersten Blick von dem Fall gemacht hat. Ob nun Annahmen über Fähigkeiten und typische Eigenarten von Männern und Frauen oder die Einordnung „ausländisch“ anmutender Personen als prinzipiell wenig vertrauenerweckende Gestalten, Grant wird damit konfrontiert, dass er sich zu sehr von eingefahrenen Überzeugungen hat leiten lassen, und man darf wohl mit Fug und Recht vermuten, dass seine ironische Reaktion ganz am Schluss auf die Frage nach dem „Schurken“ in dem Fall auch ein wenig Selbsterkenntnis widerspiegeln soll. Denn dass der Polizist hier nicht der durch und durch „Gute“ und Klügere ist, sondern in bester Absicht einen folgenschweren Fehler begeht, ist sicher eines der zeitlosesten und aktuellsten Elemente dieses Krimis.

Teys bisweilen etwas bissiger Humor kommt im Mord in der Schlange noch nicht so sehr zum Vorschein wie in ihren späteren Büchern, aber Ansätze sind schon vorhanden, vor allem in einigen Szenen von hoher Situationskomik (als es etwa zu einer perfiden Attacke per … Pfefferstreuer kommt). Insgesamt liest sich die Geschichte in der Übersetzung von Alfred Dunkel, die von 1972 stammt, aber an die moderne Rechtschreibung angepasst wurde, dennoch leicht und unterhaltsam weg und bietet einen interessanten Einblick in die Anfänge einer Autorin, die mit wachsender Routine und Erfahrung noch besser wurde, aber auch hier schon keinesfalls schlecht schreibt.

Josephine Tey: Der Mord in der Schlange. Inspector Grants erster Fall. Anaconda (Penguin Random House), München, 2024 (Original: 1929), 192 Seiten.
ISBN: 978-3-7306-1408-2


Genre: Roman

Der graue Wolf

Der hier besprochene Roman ist Teil einer Reihe, aus der schon mehrere Bände auf Ardeija.de rezensiert worden sind, zuletzt dieser hier.

Als Chief Inspector Armand Gamache einen Anruf von Jeanne Caron erhält, die ihm in der Vergangenheit übel mitgespielt hat, bricht er das Gespräch so schnell wie möglich ab. Bald darauf dämmert ihm jedoch, dass die Angelegenheit damit nicht erledigt ist: Ein junger Biologe arrangiert ein geheimes Treffen mit ihm, um ihn auf eine ernste Bedrohung für die Wasserversorgung von Montréal aufmerksam zu machen, und wird gleich darauf ermordet, der Täter wenig später selbst umgebracht. Sind die genauen Hintergründe auch vorerst ein Rätsel, wird eines bald überdeutlich: Wenn jemand tief in den Fall verstrickt ist, dann ausgerechnet die kürzlich von Gamache so rüde abgewimmelte Caron. Doch um aufzudecken, was wirklich vorgeht, sind umfangreiche Ermittlungen notwendig, die Mitglieder des Teams um Gamache nicht nur in ein abgelegenes Kloster in der kanadischen Wildnis, sondern sogar nach Washington, nach Frankreich und in den Vatikan führen …

Louise Pennys neunzehnter Gamache-Roman Der graue Wolf ist beileibe kein schlechtes Buch, aber eines muss man sich von Anfang an bewusst machen: Es handelt sich nicht um einen typischen Krimi, sondern eher um eine Art Thriller, in dem die Autorin sich Themen von trauriger Aktualität widmet, dem oft rücksichtslosen Umgang von Industrie und Politik mit der Umwelt ebenso wie dem mittlerweile weltweit drohenden Kippen von Demokratien in Autokratien. Eine Aufklärung der verschiedenen Morde (es sind, man ahnt es, mehr als die oben erwähnten) findet durchaus bis zu einem gewissen Grade statt – wer wen getötet hat, ist am Ende aufgedeckt, und zumindest in Ansätzen auch, warum. Doch diese Krimielemente geraten gegenüber der Weltrettung rasch ins Hintertreffen. Relativ schnell ist klar, welches Verhängnis droht und dass wieder einmal nur Gamache und seine engsten Vertrauten etwas dagegen unternehmen können, weil die kanadischen Behörden nach wie vor durch und durch korrupt sind.

So resultiert die Spannung eher daraus, ob es dem Chief Inspector gelingen wird, rechtzeitig die Katastrophe zu verhindern und herauszufinden, auf welcher Seite einzelne Personen stehen, zu denen ein paar alte Bekannte gehören. Wer, wie die Rezensentin, im stillen drei Kreuze gemacht hat, als vor mehreren Bänden der bizarre Klosterfall vorbei war, wird nicht überglücklich sein, dass einige Mönche hier abermals eine Rolle spielen, da dem Orden die Fanatiker anscheinend immer noch nicht ausgegangen sind. Nebenbei mischt auch noch die Mafia in etwas unklarer Absicht mit. Das ist durchaus mitreißend, von Andrea Stumpf und Gabriele Werbeck angenehm übersetzt und in weiten Teilen sehr filmisch geschrieben (die raschen Szenenwechsel erinnern oft an schnelle Schnitte). Hier und da gibt es auch etwas Humor, ob nun ein Buch in einem der besuchten Klöster einen sehr handfesten Einsatz erfährt oder Gamaches Wohnort Three Pines samt seiner exzentrischen Bewohner seinen skurrilen Charme spielen lassen darf.

Insgesamt tritt jedoch Louise Pennys Talent für das feine Ausloten zwischenmenschlicher Beziehungen hinter der schieren Tragweite des zu verhindernden Verbrechens zurück, und das dürfte in dem inzwischen erschienenen Folgeband Der schwarze Wolf wohl nicht anders sein, endet doch Der graue Wolf mit einem Cliffhanger, der signalisiert, dass die hier geschilderten Ereignisse nur der Auftakt zu noch Schlimmerem sind. Gespannt bleiben darf man also, aber höchstwahrscheinlich nicht darauf hoffen, dass die Reihe irgendwann dauerhaft zu Fällen ohne welterschütternde Dimension zurückfindet.

Louise Penny: Der graue Wolf. Der 19. Fall für Gamache. Zürich, Kampa, 2024 (544 Seiten). 
ISBN: 978-3-311-12105-3

 


Genre: Roman

The Icebound Kingdom

Seit Jahren ist das Dorf Calispino in seinem Tal samt ein paar umliegenden Weilern und Höfen von der Außenwelt abgeschnitten: Der Dunkle Fürst, als Sohn des Eiselementars nur ein halber Mensch, hat sich in einer nahen Festungsruine eingenistet und mithilfe seines Halbbruders Yolando, seinerseits Sohn des Windelementars, den Ort mit einem undurchdringlichen Wall aus Eis umgeben. Zu einem harten Leben verdammt, ist die Dorfbevölkerung dem Dunklen Fürsten fortan tributpflichtig, und würde Yolando ihnen nicht gelegentlich durch geschmuggelte Lebensmittel beistehen, sähe die Lage wohl noch ernster aus. Die Ich-Erzählerin, Seilerin Izra, träumt heimlich von einem Leben fern ihrer beengenden und konservativen Heimat, in der sie viel Verachtung zu erdulden hat, seit ihre allgemein als anstößig empfundenen Vorliebe für Fesselspielchen sich herumgesprochen hat. Als Yolando im Dorf erscheint, um eine Mätresse für seinen Bruder zu rekrutieren, meldet sie sich daher freiwillig, muss aber bald erkennen, dass der Dunkle Fürst gar kein Interesse an einer Beziehung mit ihr hat, sondern ihre Anwesenheit auf seiner frostigen Festung eher als lästig empfindet. Yolando dagegen erscheint ihr immer attraktiver, doch wie sich rasch erweist, will er etwas ganz anderes als Zuneigung von Izra: Sie soll für ihn seinen Bruder töten und könnte so zur Retterin Calispinos vor Eis und Einsamkeit werden. Aber ist das einen Mord wert – und ist wirklich alles so einfach, wie es scheint?

Mag auch der Titel The Icebound Kingdom der derzeitigen Mode entsprechend englisch sein und der Autorinnenname Juno Reeves ebenfalls fälschlich eine Übersetzung suggerieren, liegt mit der temporeichen und augenzwinkernden Romantasy ein Werk des Autorenduos Judith und Christan Vogt, alias „die Vögte“ vor, die mit dem Pseudonym auf ihren Nachnamen anspielen. Genrebedingt erzählen die beiden in diesem Fall, anders als in ihren stärker als klassische Phantastik angelegten Werken, eine Geschichte, in der eher spezielle erotische Gelüste und ihre Auslebung breiten Raum einnehmen. Je nach persönlichem Geschmack kann einem dieser Aspekt vielleicht ein bisschen zu viel des Guten sein, aber ein wenig wird er dadurch abgefedert, dass nicht nur in diesem Kontext durchaus auch mit den Konventionen der Romantasy gespielt und manch eine davon auf die Schippe genommen wird, so etwa die der naiven Dorfbewohnerin, die einem wesentlich älteren und erfahreneren magischen Mann verfällt – denn mag Izra auch nach den Maßstäben ihrer Gesellschaft eine, wenn auch nicht unschuldige, Jungfrau sein, sie weiß ziemlich genau, was sie im Bett und anderswo will, während es umgekehrt mit Alter und Erfahrung bei Elementarsöhnen so eine Sache ist und auch ihr Äußeres vielleicht nicht ganz das zu bieten hat, was es auf den ersten Blick verspricht – auch wenn man zusammen in einer sehr speziellen Form von Minnegrotte landet …

Zu dem ins Buch eingeflochtenen Humor gehört übrigens auch viel Sprach- und Wortwitz (seien es nun clever eingesetzte Alliterationen, lustige Anspielungen – wenn ganz wortwörtlich eine Schöne gekommen ist – oder schlicht witzige Formulierungen, wenn man es mit „ungeselligen Gesellen“ und einem „zufriedenstellend zugigen Balkon“ zu tun bekommt). Abseits allen Unterhaltungswerts geht es jedoch um die Themen, die das Werk der Vögte seit jeher prägen: Moralvorstellungen und gesellschaftliche Zwänge, unter denen nicht nur, aber auch und vor allem Frauen zu leiden haben (so wird neben der für ihren Seilfetisch verachteten Izra auch die Frauen liebende Raica zur Ausgestoßenen, die gleichwohl weiter wie alle anderen in dem eisumringten Gebiet gefangen ist), chronische Krankheiten (von der Migräne bis zur Allergie), Schönheitsideale, das Anderssein generell, den gemeinschaftlichen Umgang mit einer Krise, in diesem Fall mit einer Klimaveränderung, die – Parallelen zur Gegenwart drängen sich auf – durch (nicht ganz) menschliche Einwirkung verursacht ist, und die Frage, was eigentlich Unterdrückung, was Freiheit ist und ob der offensichtlichste Sündenbock tatsächlich derjenige ist, gegen den man seine Aktivitäten richten sollte.

Anders als bei vielen in den letzten Jahren erschienenen Romanen der beiden (wie etwa Ich, Hannibal, Schildmaid oder den beiden Anarchie-Déco-Bänden) ist der Handlungsort diesmal kein um phantastische Elemente bereicherter historischer, sondern eine vage vom spätmittelalterlichen bis frühneuzeitlichen Spanien angeregte, aber von fiktiven Glaubenssätzen, Sitten und Gebräuchen geprägte Kulisse, in der die eigentliche Magie mit ihren aus Eis erschaffenen Dienstboten und Zauberstoffen fast gegen die des Alltäglichen verblasst, die sich in Handwerkskunst, Musik und Tanz oder auch in gutem Essen zeigt. In gewissem Sinne ist The Icebound Kingdom also trotz aller übernatürlichen Elemente ein sehr menschliches Buch, gerade hinsichtlich der Art, wie die in Fantasy-Liebesgeschichten derzeit allgegenwärtige Enemies-to-lovers-Thematik behandelt wird. Denn die Vorstellung, einem (hier ganz wörtlich) eiskalten Mann auf Gedeih und Verderb ausgeliefert zu sein, ist ja selbst für diejenigen, die gern davon lesen, nur so lange vergnüglich, wie sie eben ein Spiel bleibt – und das wird in der Beziehung, auf die Izra sich einlässt, durchaus kritisch reflektiert.

So ist The Icebound Kingdom letzten Endes dann doch ein ziemlich ungewöhnlicher Vertreter seines Genres und vielleicht eher ein literarischer Kommentar dazu, auf alle Fälle aber ein Buch, das wieder einmal die Vielseitigkeit und schriftstellerische Wandelbarkeit von „Juno Reeves“ belegt.

Juno Reeves: The Icebound Kingdom. München, Piper, 2025 (E-Book, auch als Printausgabe erhältlich). 
ISBN: 978-3-4926-1119-0


Genre: Roman

Mister Bennet

Ein Schicksalsschlag trifft die Familie Bennet (bekannt aus Jane Austens Stolz und Vorurteil): Mrs Bennet stirbt recht plötzlich und lässt ihren Mann mit den beiden unverheirateten Töchtern Mary und Kitty allein zurück. Die drei sind auf diese Situation denkbar schlecht vorbereitet, doch bei aller Trauer birgt sie auch Chancen. Denn in der veränderten Familienkonstellation lernen Vater und Töchter einander noch einmal ganz neu kennen, und als mit der klugen und weltläufigen Mrs Jones eine ungewöhnliche Hauslehrerin auf den Plan tritt, um Marys und Kittys bislang eher vernachlässigte Bildung zu vervollkommnen, stellt Mr Bennet unerwartet fest, dass vielleicht auch bei ihm in seinen Ehejahren mehr zu kurz gekommen ist, als er es sich bewusst gemacht hat …

Bücher, die von Jane Austens Stolz und Vorurteil inspiriert sind oder die Geschichte sogar direkt fortsetzen, gibt es in Hülle und Fülle, aber während viele dieser Werke sich ausschließlich auf die Protagonistengeneration des Originals (oder deren Nachkommen) konzentrieren, schlägt Heike Baller einen etwas anderen Weg ein. In ihrem pünktlich zu (bzw. sogar etwas vor) Jane Austens 250. Geburtstag erschienenen Debütroman stellt die bisher nicht nur mit mehreren Haiku-Bänden, sondern auch mit einer ganzen Reihe von Blogbeiträgen zu Jane Austen hervorgetretene Autorin neben den beiden etwas unscheinbareren Bennet-Schwestern Mary und Kitty nämlich auch deren Vater in den Mittelpunkt, der hier einen zweiten Frühling mit einer ganz anderen Partnerin als seiner ursprünglich einmal durch äußerliche Attraktivität bestechenden, auf anderer Ebene aber vielleicht für ihn gar nicht allzu gut geeigneten Frau erleben darf.

In den Geschichten aller drei Hauptfiguren schwingt dabei durchaus Kritik am Männer- und Frauenbild ihrer Zeit, an den damit verbundenen gesellschaftlichen Erwartungen, aber auch – und das macht die Sache unter literaturwissenschaftlichen Aspekten besonders interessant – an Jane Austens eigenen Wertungen ihrer Gestalten mit. Denn ist Kitty wirklich nur das unreife Ding, das sich ständig von seiner jüngeren Schwester Lydia (die ihre ziemlich unrühmliche, im Original angelegte Rolle voll und ganz behält, auch wenn selbst bei ihr die Ungerechtigkeit der Geschlechterverhältnisse deutlich wird) zu Unsinn anstiften lässt, oder sind ihr nicht auch Möglichkeiten verwehrt geblieben, die sich nun erst verspätet auftun? Ist Mary bloß eine Frömmlerin, die in ihrem Geltungsdrang ihre musikalischen und geistigen Fähigkeiten peinlich überschätzt, oder hat sie nicht echte spirituelle Tiefe und Bildungsehrgeiz zu bieten, die nur nie richtig gefördert worden sind? Und haben ihre gut verheirateten und damit scheinbar erfolgreicheren älteren Schwestern, die sanftmütige, hübsche Jane und die schlagfertige, selbstbewusste Lizzy, es wirklich so viel besser getroffen und nicht vielmehr ihrerseits, wenn auch unbewusst, auf manches verzichtet, das insbesondere Mary nun für sich zu beanspruchen wagt?

Es sind eher kluge Denkanstöße als simple Antworten, die Heike Baller diesbezüglich gibt. Dabei bleiben die Wege, die Mary und Kitty einschlagen, mehr oder minder im Einklang mit dem, was Jane Austen (innerhalb und außerhalb von Stolz und Vorurteil) über ihre jeweilige Zukunft andeutet, werden aber auf ganz eigene Weise interpretiert und mit Verve, viel Begeisterung für Ausgangswerk und Epoche und auch einem Schuss Humor erzählt. Da es immer wieder um Bildung und die Auseinandersetzung insbesondere mit Musik, Literatur und Religion geht, hat Heike Baller oft Gelegenheit, ihre umfassenden kulturellen Kenntnisse mit leichter Hand einfließen zu lassen und dem Lesepublikum einiges zu entdecken zu geben. Hier auf Anspielungssuche zu gehen, macht über den Unterhaltungswert der Handlung hinaus einen zusätzlichen Reiz des Romans aus. Ohnehin wirken viele Elemente mit Bedacht gesetzt, beispielsweise die Art, wie Anfang und Ende des Buchs thematisch aufeinander bezogen sind (wie genau, soll hier natürlich nicht vorab verraten werden – aber es fällt einem, samt der jeweiligen jahreszeitlichen Zuordnung der Ereignisse, durchaus angenehm als sicher nicht nur zufällig so angelegt auf).

Wer Freude daran hat, einen Klassiker der Weltliteratur fortgesetzt und dabei auf viel Sympathie für das Original verratende, niemals verletzende Art sanft gegen den Strich gebürstet zu sehen, findet also in Mister Bennet eine vergnügliche Lektüre nicht nur zum derzeitigen Jane-Austen-Jubiläum.

Heike Baller: Mister Bennet. Hamburg, BoD, 2025, 276 Seiten.
ISBN: 978-3-6951-8721-8


Genre: Roman

Die geheimnisvolle Fremde

Norddeutschland 1799. Gewöhnlich bekommt es der Amtsschreiber Heinrich Eckhoff im ruhigen Harsefeld nicht mit schlimmeren Vergehen als Schlägereien oder versetzten Grenzsteinen zu tun. Doch als er an einem Frühlingstag eine völlig entkräftete und orientierungslos herumirrende Fremde findet, die nicht einmal ihren eigenen Namen kennt, ist das der Auftakt zu einer Reihe verstörender Ereignisse. Nicht genug damit, dass die junge Frau, kaum dass Heinrich sie bei seiner Vermieterin, der Witwe Gaethke, untergebracht hat, von der abergläubischen Dorfbevölkerung verdächtigt wird, eine gefährliche Untote zu sein: Bald kommt es sogar zu einem Attentat auf sie, und als kurz darauf, wohl vom selben Täter, ein Mord an einer Dorfbewohnerin begangen wird, sind Heinrich und Gaethkes älteste Tochter Leonore entschlossener denn je, mehr über ihre rätselhafte Mitbewohnerin herauszufinden. Aber wie, wenn die Arme selbst so gut wie nichts über sich weiß und jemand, dem daran gelegen ist, das auch so bleiben zu lassen, ihren Verbündeten immer einen Schritt voraus ist? Dann geschieht ein zweiter Mord, und das ist noch nicht das Ende der verhängnisvollen Geschehnisse, die über Harsefeld hereinbrechen sollen …

Martin Schemms neuester historischer Roman Die geheimnisvolle Fremde ist von dem bis heute ungeklärten und daher auch immer wieder zu Spekulationen anregenden Fall des Kaspar Hauser inspiriert. Anders als bei ihm lassen sich im Buch – so viel sei vorweggenommen, ohne schon etwas Entscheidendes zu verraten – die Hintergründe des unerwarteten Auftauchens der mysteriösen Frau jedoch aufklären, und den Ich-Erzähler Heinrich und die ihm schon nach kurzer Zeit alles andere als gleichgültige Leonore, genannt Lore, dabei zu begleiten, bleibt von Anfang bis Ende spannend.

Trotz der Krimielemente ist die Geschichte dabei nicht im Stil eines typischen Whodunnit zum Miträtseln aufgebaut. Obwohl der Roman geradlinig erzählt und flott zu lesen ist, kann man die Auflösung nicht vorausahnen, schon gar nicht in allen Einzelheiten, nicht zuletzt deshalb, weil es sich bei dem hauptsächlichen „Detektiv“ Heinrich um einen Zugezogenen handelt, der noch dazu als etwas Bessergestellter nicht am Tratsch der Dorfbevölkerung teilnimmt und deshalb von einem Vorfall, der sich Jahre zuvor in Harsefeld herumgesprochen haben muss und der entscheidend ist, um das Schicksal der Fremden zu verstehen, schlicht zunächst nichts wissen kann.

Ohnehin ist die gelungene Schilderung des Lebens auf dem Lande kurz vor Beginn des 19. Jahrhunderts ein Hauptreiz des Romans. Ob nun die Dorfgesellschaft vom Gesinde über die Bauern und Honoratioren bis hin zum niederen Adel, die Landschaft mit ihren Wäldern, Mooren und Feldern oder der Zusammenhalt angesichts einer jähen Katastrophe, alles wird lebendig heraufbeschworen, und die Vergangenheit ist immer präsent, ob nun in der Rückbesinnung auf den Dreißigjährigen Krieg als Zeit unfassbarer Gewalt oder in den allgegenwärtigen prähistorischen Hügelgräbern (die nicht nur für Atmosphäre sorgen, sondern auch schon einmal einen ganz praktischen Zweck als Deckung bei einer riskanten Verfolgungsjagd erfüllen dürfen).

Deutlich wird immer wieder auch, dass trotz des gewissen Maßes an Bildung, das im Zuge der Aufklärung auch für die Ärmeren zugänglich geworden ist (zum Bibellesen reicht es immerhin, auch unter schwierigsten Verhältnissen), Aberglaube und Ängste vor dem Übernatürlichen noch keineswegs verschwunden sind. Hier bedauert man manchmal fast, dass Martin Schemm sich diesmal – anders als etwa bei seinen früheren Büchern Die Feuertore und Tod im Mariendom – auf einen rein realistischen historischen Roman beschränkt hat, denn einige Details, wie etwa der angebliche heidnische Fluch, der auf dem Ort ruhen soll, hätten sich bei seinem Talent für Phantastisches sicher großartig ausarbeiten lassen, wenn sie mehr als nur Gerüchte wären.

Aber Schemm beweist, dass sein Sinn für das Unheimliche auch dann für packende Lektüre sorgt, wenn die Ursachen des Bösen, das in eine vordergründig friedliche Welt eindringt, ganz irdisch sind. Sympathisch ist wie immer, dass der Autor, obwohl es durchaus einige dramatische und bedrohliche Situationen gibt, keine typischen Kämpferhelden, sondern einen Schreiber und eine ehemalige Hauslehrerin ermitteln lässt und – neben dem klassischen literarischen Motiv eines besonderen angeborenen Merkmals als Erkennungszeichen – vor allem gute Recherchefähigkeiten zum Erfolg führen. Die sanfte und dank humorvoller Frotzeleien auch sehr amüsant zu lesende Liebesgeschichte zwischen Heinrich und Lore bildet dabei einen angenehmen Kontrapunkt zu den entsetzlichen Ereignissen, die beide zusammenfinden lassen. Wer Spaß an historischen Romanen allgemein oder speziell an Regionalgeschichte hat, wird daher auch viel Freude an der Geheimnisvollen Fremden haben.

Martin Schemm: Die geheimnisvolle Fremde. Bremen, Edition Falkenberg, 2025, 228 Seiten.
ISBN: 978-3-95494-239-8


Genre: Roman

Die mutige Rebellin

Die Geschichte von Rosa Parks kennen wahrscheinlich viele aus dem Geschichts- oder Englischunterricht: Eine mutige Schwarze weigert sich in Widerspruch zu den diskriminierenden Regeln in den Südstaaten der USA, ihren Platz im Bus für einen Weißen zu räumen, und das wird zum Auslöser eines der entscheidenden Kämpfe gegen das Unterdrückungssystem der Segregation, das den Schwarzen jede Würde nimmt. Oft erscheint diese Begebenheit jedoch als rein aus der Situation heraus entstandene Auflehnung eines Durchschnittsmenschen, die dann eine Eigendynamik entwickelte, und es ist diese bestenfalls verkürzte Darstellung, gegen die Patricia Eckermann und James A. Sullivan in ihrem gemeinsamen Roman Die mutige Rebellin anschreiben.

Rosa Parks, so wird bei ihnen deutlich, war schon lange vor dem berühmten Moment eine engagierte Aktivistin, die unermüdlich für ihre Rechte kämpfte. Dass sich das falsche Bild so hartnäckig in den Köpfen festsetzen konnte, hat mehrere Gründe: Zunächst bewusst lanciert, um den Fall als Aufhänger für breitere Proteste nutzen zu können, indem man die Betroffene der Öffentlichkeit als möglichst harmlos und respektabel schmackhaft machte, hatte es auch in der Erinnerung Bestand. Das ist nicht zuletzt den Zeitumständen geschuldet: Auch in nominell progressiven Kreisen waren Frauen in der ersten Reihe nicht gern gesehen, und eine nur aus dem Augenblick heraus gegen schlechte Behandlung aufbegehrende übermüdete Näherin war als Symbolfigur leichter zu vermitteln als eine schon zuvor in einer politischen Organisation mitwirkende und zum Blick über den Tellerrand mehr als fähige Rebellin.

Ohnehin tappt das Autorenduo nicht in die Falle, die Schwarze Bürgerrechtsbewegung unkritisch zu verklären, denn so wichtig und berechtigt das Anliegen, das sie vertrat, auch war, gab es doch in ihr durchaus Probleme, nicht nur, was das Verhältnis der Geschlechter, das Machtgerangel unter Führungspersönlichkeiten oder die selbst innerhalb der Schwarzen Gemeinschaft bestehenden Vorurteile hinsichtlich der Abstufungen der Hautfarbe betraf. Auch unterschiedliche gesellschaftliche Schichten verkehrten nicht unbedingt auf Augenhöhe miteinander, im Roman eindrucksvoll gleich in einer frühen Szene im Bus – nein, nicht der Szene – eingefangen, in der zwei erfolgreiche Geschäftsleute alles andere als nett und respektvoll mit der einfachen Angestellten Rosa Parks umgehen, die zwar für dasselbe politische Ziel eintreten mag wie sie, in ihren Augen aber weit unter ihnen steht.

Rosa Parks selbst wird mit viel Einfühlungsvermögen als intelligente und zugewandte Frau geschildert, die immer nach Verbesserungen strebt (ob nun an der Nähmaschine oder auf sozialer Ebene) und tief von ihrer Familiengeschichte geprägt ist, in der mit den Großeltern noch ihr unmittelbar vertraute Verwandte die Sklaverei erdulden mussten und umgekehrt mit dem in den Norden der USA gezogenen Bruder auch jemand vorhanden ist, dessen Leben zwar nicht frei von Rassismus, aber doch von den extremen Demütigungen der Segregation ist.

Deren haarsträubendes Ausmaß wird unter anderem mithilfe einer fiktiven Gestalt hervorgehoben: Die junge Etta, mit der die Protagonistin sich anfreundet, stammt aus den Nordstaaten und muss sich, um der Liebe willen nach Alabama gekommen, mit der dort radikal anderen Situation zurechtfinden, die ihr aus eigenem Erleben ebenso unvertraut ist wie auch weiten Teilen eines heutigen Lesepublikums, in dessen Lebensrealität es zwar gewiss auch Rassismus gibt, aber eben zumindest keinen gesetzlich verankerten. Überdeutlich wird bei der Schilderung dieser Ungerechtigkeiten auch, dass sie nicht nur durch direkte Gewalt (ob wohl es auch davon mehr als genug gibt) so lange aufrechterhalten werden können, sondern auch durch die verständliche, aber oft zu mangelnder Solidarität führende Angst der Betroffenen und nicht zuletzt auch die schiere Freude kleiner Profiteure der Ungleichberechtigung daran, ihre beschränkte Machtposition auszunutzen. Wer als weißer Busfahrer oder Streifenpolizist eigentlich selbst nicht gerade zu den Spitzen der Gesellschaft zählt, kann sich zumindest den Schwarzen überlegen glauben und sich durch große und kleine Schikanen immer wieder selbst in dieser Annahme bestätigen – Mechanismen, die auch außerhalb des spezifischen historischen Kontexts zu beobachten sind und für die der Roman den Blick schärft. Spätestens, wenn auch noch „besorgte Bürger“ (S. 254) Erwähnung finden, werden die Parallelen zur Gegenwart unübersehbar.

Gleichermaßen greifbar wird jedoch auch, wie Musik, Mode, Religion, Liebe, Freundschaft, Zusammenhalt im Alltag und nicht zuletzt immer wieder auch das Essen (vom tradierten Familienkuchenrezept mit Geheimzutat bis hin zu den in Gemeinschaft genossenen Delikatessen einer brillanten Restaurantköchin) ein Gegengewicht schaffen können, um Menschen eine eigentlich unerträgliche Lebenssituation doch irgendwie bewältigen zu lassen, bis Ausdauer und Zähigkeit endlich mit echten Veränderungen belohnt werden.

Doch der Kampf um Gerechtigkeit hat seinen Preis, gesundheitlich, sozial, finanziell und vor allem auch psychisch. Schon bevor es in der Jetztzeit des Romans bedrohlich wird, zeigt sich das insbesondere an Raymond Parks (Rosas Ehemann), der sich jahrelang aufgerieben hat, um andere Unrechtsopfer (wie etwa die Scottsboro Boys) zu unterstützen, und nun schlicht am Ende seiner Kräfte ist – mit Folgen für seine Ehe. Viel besser ergeht es letztlich auch seiner Frau nicht, denn auch wenn das Buch mit dem Erfolg des Busboykotts von Montgomery eher optimistisch endet, verschweigt das Nachwort, das auch Quellen und bewusste Abweichungen vom historisch Überlieferten offenlegt, nicht, dass Ausgrenzung und Anfeindungen für Rosa Parks und ihre Familie danach so eskalierten, dass ein Wegzug in den Norden unumgänglich wurde. Die mutige Rebellin des Titels ist also in gewissem Maße auch eine tragische Gestalt, die zwar viel für andere bewirkte, der es selbst aber verwehrt blieb, Freiheit und Gleichheit in Sicherheit in ihrer Heimat erleben zu dürfen.

In mehr als einer Hinsicht könnte das Thema des Romans also schwere Kost sein, aber sowohl Eckermann als auch Sullivan sind zu schreiberfahren und begabt, um nicht zugleich eine gute und packende Geschichte zu erzählen, bei der es nichts ausmacht, dass man den Ausgang im Voraus kennt. Es bleibt durchgängig spannend, der Heldin durch ihren Alltag und ihre großen und kleinen Triumphe und Niederlagen zu folgen und tief in eine Vergangenheit einzutauchen, deren Probleme heute allenfalls in ihrer spezifischen Ausprägung, nicht jedoch grundlegend überwunden sind. Gerade in einer Zeit, in der offen rassistische Äußerungen auch in Deutschland selbst in höchsten politischen Kreisen wieder salonfähig werden, ist Die mutige Rebellin daher ein höchst aktuelles Buch, unabhängig davon aber eben auch ein ansprechender Roman, der das Kunststück fertigbringt, einen glauben zu lassen, dass reale Persönlichkeiten durchaus so gewesen sein könnten, wie sie hier geschildert werden.

Patricia Eckermann, James A. Sullivan: Die mutige Rebellin. Rosa Parks – ihr unnachgiebiger Kampf gegen die Unterdrückung wurde zur weltverändernden Bewegung. München, Piper, 2025, 448 Seiten.
ISBN: 978-3-492-06624-2

 


Genre: Roman

A Goblin’s Plight

In dem Dörfchen Oxbridge, in dem es vieles, aber keine Brücke (mehr) gibt, häufen sich rätselhafte Diebstähle. Als der zauberkundige Bäcker und Wirt Orren die Koboldfrau Grix dabei ertappt, sich an seinen Broten zu vergreifen, stellt sich heraus, dass eine ganze Koboldgemeinschaft durch schreckliche Bestien aus ihren Wohnungen in einem Höhlensystem vertrieben worden ist und sich nun nicht anders zu helfen weiß. Die Notlage schreit nach einer Rettungsmission, und so brechen Orren, Grix, die einstige Kämpferin Terna, die inzwischen ein ruhiges Leben als Dorfsheriff führt, die von ihr ins Boot geholte Bardin Besilya, die über besondere Fähigkeiten verfügt, die ihr nicht einmal selbst bewusst sind, und der wiederum von ihr rekrutierte und für seinen Beruf eigentlich ziemlich netten Meuchelmörder Aldeasu (allesamt in bester Tolkien-Tradition von einem Packpony namens Billy begleitet) auf, um die Koboldhöhlen von den Monstern zu befreien. Bald müssen sie erkennen, dass sie es nicht mit einer natürlich entstandenen Schädlingsplage zu tun haben, sondern auf sehr Erschreckendes gestoßen sind …

A Goblin’s Plight, der neue Fantasyroman von Hannah Steenbock, bewegt sich im Genre irgendwo zwischen LitRPG und Cozy Fantasy (auch wenn für die Einordnung in Letztere fast schon zu hart ist, dass sich spät im Buch herausstellt, dass einige Kobolde ein schon eher in Richtung Horror tendierendes Schicksal erlitten haben). Aber Orrens Koch- und Backkünste, der Wert der Freundschaft und der kleinen Freuden des Lebens und nicht zuletzt der ungeahnt sympathische Verlauf, den eine Begegnung mit einem Tier, das sonst in der Fantasy eigentlich zu den klassischen Ungeheuern gehört, mit Folgen für die gesamte weitere Handlung nimmt, sorgen doch in vielen Szenen für eine behagliche Atmosphäre.

An Gefahr für Leib und Leben, dramatischen Kämpfen und beeindruckender Magie mangelt es freilich trotzdem nicht, und da die Geschichte sehr geradlinig erzählt ist, liest sie sich flott als unterhaltsames Abenteuer weg. In einigen Punkten merkt man A Goblin’s Plight dabei an, dass es sich trotz der im Großen und Ganzen in sich abgeschlossenen Episode, die das Buch erzählt, um den Auftaktband zu einer Reihe handelt: So werden zwar die Hinterleute bestimmter unersprießlicher Vorgänge benannt, sind aber nicht greifbar, um daran gehindert zu werden, weiter ihr Unwesen zu treiben, und auch wenn in Bezug auf die mysteriöse Druidin Lynnis, die mehrfach den Weg der Protagonistentruppe kreuzt, etwas Einschneidendes unternommen wird, ahnt man, dass der Handlungsstrang um sie noch keinen endgültigen Abschluss gefunden haben dürfte.

Angenehm liest sich, dass Hannah Steenbock sehr selbstverständlich Figuren unabhängig von ihrem Geschlecht gleichberechtigt agieren lässt. Wer es (wie die Rezensentin) allmählich sehr leid ist, ob nun im Mainstreambereich oder in progressiven Texten immer wieder Variationen der einen alten Geschichte von der unterdrückten Heldin, die sich aus ihrer einschränkenden Frauenrolle herauskämpft, zu lesen, wird daran seine Freude haben, dass hier, im Guten wie im Bösen, Frauen als Menschen wie alle anderen auch behandelt werden.

Alles in allem ist A Goblin’s Plight daher eine ziemlich lockere und entspannende Lektüre, und man kann sich auf die offenbar geplanten weiteren Bände freuen.

Hannah Steenbock: A Goblin’s Plight. The Mengarian Conspiracy Book 1. Kiel, Buehsteppe Verlag, 2025 (E-Book).
ISBN: 979-8-232836-28-3


Genre: Roman

Seelengrube

Julija Orel, genannt Jule, hat nicht gerade das große Los gezogen: Mit dem Ruf (einer Art inhärenter Magie), aber in kleinen Verhältnissen geboren, hat sie es nie über den Rang einer drittklassigen Beschwörerin in Staatsdiensten hinausgebracht und ist in dieser Funktion als Mitglied einer diplomatischen Mission nun auch noch gewaltbereiten Rebellen in die Hände gefallen, die sie zur Kollaboration erpressen wollen. Ihr Zellennachbar im Kerker ist ausgerechnet das gefährliche Monster Mika, das von Menschen herzlich wenig hält. Doch was mit Furcht und Abneigung beginnt, wird schnell mehr als nur ein Zweckbündnis, um die Freiheit wiederzuerlangen, in der Jule sich dann allerdings unversehens allein wiederfindet. Kaum ist sie zurück in ihrer vermeintlich von göttlich verehrten Avataren beschützten Heimatstadt Arges (in der, wie der Name schon suggeriert, tatsächlich einiges im Argen liegt), interessiert sich auf einmal die gefürchtete Geheimpolizei für sie, und auch von anderer Seite werden plötzlich lebensverändernde Entscheidungen für sie getroffen. Hilfe scheint ihr der geheimnisvolle Kestrel anbieten zu wollen, von dem Jule sich kaum minder angezogen fühlt als von Mika, aber was hat es mit ihm wirklich auf sich? Nur eines scheint bald gewiss zu sein: Was Jule bevorsteht, ist etwas ganz anderes als das langweilige, aber sichere Dasein, das sie sich immer ausgemalt hat …

Marie Meiers Debütroman Seelengrube ist mitreißende Science Fantasy, die nicht nur eine packende Geschichte, sondern auch und vor allem ebenso lebendig wie glaubwürdig geschilderte Figuren und einen durchdachten Weltenbau zu bieten hat. So futuristisch und phantastisch die in die Höhe gebaute Stadt Arges dabei auch auf den ersten Blick anmuten mag, eigentlich ist sie ein übersteigertes, sozialkritisches Spiegelbild unserer Gegenwart. Werden in unserer Welt einzelne Ortschaften dem Tagebau oder der Hafenerweiterung geopfert, sind es hier schon einmal ganze Planeten, deren Bevölkerung wirtschaftlichen Interessen weichen muss, und mögen sich in der Realität Wohlhabende in Gated Communitys vom Rest der Menschheit abgrenzen, sind es hier komplette Stadtebenen, für die rigide Zugangsbeschränkungen für die einfachen Leute gelten.

Solch ein System krasser Ungleichheit kann natürlich nur funktionieren, solange diejenigen, die auf seiner Schattenseite stehen, zumindest ansatzweise das Gefühl haben, auch etwas vom guten Leben abbekommen zu können – sei es nun durch die unwahrscheinliche Chance auf einen wortwörtlichen Aufstieg (exemplarisch vorgeführt an Jules Freundin Amy, die nicht nur für eine gefährliche Show schwärmt, deren Gewinnern genügend Geld für ein Entkommen aus den Slums winkt, sondern auch selbst ganz handfest hofft, es durch eine Ehe mit dem richtigen Partner weiter nach oben zu schaffen) oder durch ein gewissen Maß an Brot und Spielen, respektive Pizza, reichlich Alkohol und Streamingdiensten. Apropos Brot und Spiele: Das alte Rom hat als Inspirationsquelle für so manches in Arges gedient, von den militärischen Dienstgraden über die zahlreichen lateinischen Bezeichnungen und den kaum verhohlenen Imperialismus bis hin zur gesellschaftlichen Gliederung selbst, die ja auch in Rom durch die ganz explizite Kopplung bestimmter Vermögensklassen an das Maß von sozialem und politischem Einfluss geprägt war.

Nicht zuletzt dank dieser Hintergründe ist Seelengrube auch ein Roman über Zwänge und Unfreiheit, und es ist fast ironisch, dass die von Erniedrigung und Folter geprägte Gefangenschaft im Kerker, mit der das Buch einsetzt, nur die offensichtlichste, aber vielleicht nicht einmal die umfassendste Form mangelnder Selbstbestimmung ist. Nicht körperlich hinter verschlossenen Türen eingesperrt zu sein, bedeutet noch lange keine echte Freiheit, und so ist es kein Wunder, dass im Lauf der Handlung immer deutlicher im Gebälk zu knirschen beginnt und die sonst überwiegend unterschwellig ausgeübte Gewalt und Gegengewalt auch in unerwarteten Situationen (wie auf der Herrentoilette beim Opernbesuch) plötzlich schockierend hervorbricht.

Die in diese Welt geworfene Jule hat sich durch ihre Begabung und die dadurch möglich gewordene Bildung von ganz unten hochgearbeitet, aber bis zum Beginn des Romans eben nur an eine gewisse Stelle, und das nicht aus fehlendem Talent, sondern infolge der Mechanismen der Gesellschaft (und nicht zuletzt auch der dadurch ausgelösten Minderwertigkeitskomplexe). Als Kind der städtischen Unterschicht, mit der sie noch durch wiederkehrende Albträume, aber auch durch ihren guten Kumpel Florence (der im Lokal seiner Familie schuften muss) verbunden ist, kann sie den Spielregeln der Mittelschicht, der sie nun nominell angehört, nicht komplett genügen, und in der Welt der Reichen und (nicht unbedingt von Natur aus) Schönen, in die sie gelegentlich situationsbedingt katapultiert wird, wirkt sie noch verlorener. Weckt das schon Sympathie und Mitgefühl, funktioniert Jule als Hauptfigur aber auch deshalb so gut, weil sie noch nicht einmal eine klassische Underdog-Heldin ist, sondern schlicht und einfach als sehr fehlbar und menschlich geschildert wird.

Die spannende Handlung spielt mit einigen literarischen Motiven nicht allein aus Science Fiction und Fantasy (wer glaubt, dass nur Novellen ihren Falken haben, wird leider feststellen müssen, dass es auch in einem Roman nicht unbedingt besser für das arme Tier ausgeht als bei Boccaccio), hält aber bis zum Schluss immer wieder Überraschungen bereit und lässt, wie es sich für einen Reihenauftakt gehört, viele Fragen offen. Nicht nur deshalb ist man neugierig auf die Folgebände. Auch die wunderschöne äußere Aufmachung des Buchs, das in Illustrationen von Johanna Lehmert Tätowierungen, Kostüme und Symbole der Welt von Arges bildlich eindrucksvoll darstellt, macht Lust auf mehr.

Marie Meier: Seelengrube. Der letzte Schlüssel 1. Ahrensburg, tredition, 2025, 342 Seiten.
ISBN: 978-3-912037-00-5


Genre: Roman