Neu rezensiert: Fürsten im Fadenkreuz

Der Titel lässt an einen Krimi denken, doch bei Yuval Noah Hararis Fürsten im Fadenkreuz handelt es sich um eine historische Studie über Attentate, Sabotageakte und dergleichen mehr im Mittelalter, die sich zwar äußerst spannend liest, aber nicht in allen Details überzeugt.

Die neue Rezension wartet hier.

Neu rezensiert: Mein Kompass ist der Eigensinn

Zugegeben: Schreibratgeber nehme ich eher selten zur Hand. Aber da mich kürzlich eine nette Rezensionsanfrage der Autorin Maria Almana erreichte, habe ich bei Mein Kompass ist der Eigensinn eine Ausnahme gemacht.

Mehr über die in der Tat sehr eigensinnige Mischung aus literaturhistorischem Streifzug und Hilfe zur Selbsthilfe in der neuen Rezension.

Neu rezensiert: Gefahr auf See

Wer bei dem Wort „Piraten“ vor seinem inneren Auge ausschließlich Gestalten geradewegs aus Fluch der Karibik sieht, wird dieses Bild nach der Lektüre von Heidrun Derks‘ Gefahr auf See revidieren müssen: Die Ursprünge des Begriffs liegen nicht ohne Grund im Altgriechischen, denn auch schon in der Antike war Seeraub ein Problem.

Alles Weitere zu der lesenswerten Einführung in der neuen Rezension.

Neu rezensiert: Der Esel steht

Eine Frankreichreise ist im realen Leben zwar aufgrund der aktuellen Lage nicht möglich, literarisch aber glücklicherweise jederzeit. Wem der Sinn nach einer Wanderung durch die Cevennen steht, der findet in Erik Kormanns liebenswertem Reisebericht Der Esel steht genau die richtige Lektüre.

Die neue Rezension verbirgt sich hinter diesem Link.

Neu rezensiert: Götter, Gaben, Heiligtümer

In den letzten Rezensionen auf Ardeija.de sind die Römer sträflich vernachlässigt worden – höchste Zeit also, einmal wieder einen Blick in die Antike zu werfen. Alfred Schäfer schildert in seiner Überblicksdarstellung Götter, Gaben, Heiligtümer anschaulich in Wort und Bild das religiöse Leben im römischen Köln.

Viel Vergnügen mit der neuen Buchbesprechung!

Lesestoff: Frühstück im Freien

Nach zwei eher ernsten Lesestoff-Beiträgen wird es höchste Zeit, dass auch einmal wieder etwas Lustiges passiert, nicht wahr?

Der heutige Textausschnitt stammt aus meinem Roman Rattenlied und zeigt, dass ein Frühstück im Freien deutlich interessanter wird, wenn man dabei die lokale Fauna aus nächster Nähe beobachten kann. Zumindest finden das Lucardis, die Schwertmeisterin auf dem Schwanenhof, und Alfreda alias Ratte, einer Söldnerin, die nicht ganz freiwillig dort zu Gast ist. Also auf zu Tee, Haferbrei und Steppengreifen!

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Buchempfehlung: Was Preema nicht weiß

Was Preema nicht weiß (Buchcover)

Covergestaltung: Sameena Jehanzeb (saje Design)

Zugegeben, eine richtige Rezension wird der folgende Text nicht, eher Werbung auch ein bisschen in eigener Sache. Die Fantasy- und Science-Fiction-Autorin Sameena Jehanzeb ist nach BRÏN und Winterhof mit einem neuen Roman zurück, und diesmal durfte ich das Projekt als Lektorin begleiten, was mir viel Freude bereitet hat. Denn Was Preema nicht weiß ist ein Buch, in dem Sameena Jehanzeb nicht nur ihre bewährten Qualitäten als Erzählerin spannender Geschichten um einprägsame Figuren unter Beweis stellt, sondern auch wieder einmal ihre enorme Wandelbarkeit zeigt, geht es doch hier um ein ganz anderes Thema als in ihren bisherigen Veröffentlichungen.

Preema Anand hat offensichtlich den Weltuntergang überlebt. Ihr Gedächtnis hatte leider nicht so viel Glück. Bis auf ihren Namen bringt die junge Frau also nur die feste Überzeugung mit, eine Katastrophe überstanden zu haben, als sie in einem rätselhaften weißen Raum erwacht. Bald stellt sich heraus, dass sie nicht der einzige Mensch ist, der ein solches Schicksal erlitten hat. Doch sich auf der idyllischen Lichtung einzuleben, die den anderen zum Zufluchtsort geworden ist, fällt Preema schwer. Zu vieles hier ist nicht so, wie es auf den ersten Blick erscheint, und die Erklärungen, die Preemas neue Bekannte – von der Künstlerin über den entspannten Surfertypen bis hin zum Computerspezialisten – dafür anzubieten haben, überzeugen sie nicht.

Je eifriger Preema Nachforschungen über die seltsamen Phänomene auf der Lichtung anstellt, desto deutlicher wird ihr, dass der Schlüssel zum Verständnis ihrer Situation in ihren eigenen Erinnerungen liegt, die sie nach und nach zurückgewinnt: an ihre beste Freundin Nicole, die ihr fast so etwas wie eine Schwester war, bis eine Tragödie ihre Kindheit erschütterte, an ihr Leben in einer futuristischen Stadt auf dem Meer und an die forsche Gwenn, die mehr als einmal ihren Weg kreuzte. Aber was, wenn das Wissen um die Vergangenheit nicht nur die ersehnten Erkenntnisse birgt, sondern ganz neue Gefahren heraufbeschwört und vielleicht sogar über Leben und Tod entscheidet?

Wie Sameena Jehanzebs bisherige Romane sprengt auch dieser hier simple Genrezuordnungen. Rein formal zählt der Blick in die nahe Zukunft (Preemas Weltuntergang ereignet sich nämlich, wie gleich der erste Satz verrät, „am 13. April 2036“) vermutlich noch am ehesten als Science-Fiction. Aber Preemas Erlebnisse auf der Lichtung enthalten durchaus auch aus der Fantasy vertraute Elemente, und ihre als zweite Zeitebene mit ihren Abenteuern verwobenen Erinnerungen lesen sich eher wie ein um ein paar heute noch unbekannte technische Neuerungen ergänzter realistischer Roman. Die Autorin spielt dabei geschickt mit den Lesererwartungen. Immer wieder werden Klischees anzitiert, um dann im nächsten Moment schon wieder lustvoll gebrochen zu werden, und die eigentlichen Hintergründe dessen, was Preema zugestoßen ist, erweisen sich als um einiges tragischer als all die Vermutungen, die vorher im Raume stehen.

Obwohl einem also einige Passagen beim Lesen durchaus an die Nieren gehen können, ist Was Preema nicht weiß zugleich ein ungemein unterhaltsamer Roman voller Humor, der sich oft in Popkulturanspielungen versteckt, in Alltagsschilderungen aufblitzt oder beides vereint (das Spaghettikochen z.B. hat für Preema so seine Tücken, die nur mithilfe von Star Trek adäquat zu beschreiben sind). Auch die Wortgefechte, die sich die Protagonistin immer wieder mit der unverwüstlichen Gwenn liefert, die – so viel sei an dieser Stelle verraten – in ihren Erinnerungen eine sehr wichtige Rolle spielt, sind ein amüsanter Lesegenuss. Großen Anteil am Lektüreerlebnis hat aber auch die zauberhafte Buchgestaltung, die von der Autorin selbst stammt und bei den Kapitelillustrationen einen Kunstgriff beinhaltet, den man schon selbst entdecken muss und wahrscheinlich erst richtig zu schätzen weiß, wenn man die komplette Geschichte kennt.

Eine Aktualität, die zu Beginn der Arbeit an dem Projekt so noch nicht absehbar war, besitzt das Buch hinsichtlich der Frage, wie Menschen mit Krisensituationen umgehen, auch mit solchen, die viel Geduld und Durchhaltevermögen erfordern. Die Perspektive der Autorin darauf ist durchaus hoffnungsvoll, betont sie doch, wie sehr es der einzelne Mensch in der Hand hat, an Unglücksfällen entweder zu zerbrechen oder sich eben doch wieder dem Leben zu stellen – auch wenn dieser Prozess vielleicht lange dauert und nur in kleinen Schritten vorangeht.

Wenn Preema also eines ist, dann genau die richtige Begleiterin in schweren Zeiten, die einem dabei helfen kann, Lebensmut und Lachen nicht zu verlieren, auch wenn man selbst gerade nicht so richtig weiß, wie es weitergehen soll.

Sameena Jehanzeb: Was Preema nicht weiß. Bonn, Selbstverlag, 2020, 354 Seiten.
ISBN: 978-3966983068

Lesestoff: Eine entfallene Szene (Tricontium)

Diese Woche kommt der Lesestoff mit einem Tag Verspätung, aber zum Ausgleich dafür ist es auch kein schon veröffentlichter Buchausschnitt, sondern eine Szene aus Tricontium, die seinerzeit einem Kürzungsdurchgang zum Opfer gefallen ist. Thematisch schließt sie an den Text von letzter Woche an, in dem Wulf, Oshelm und ganz am Rande auch Aslak schon aufgetreten sind.

Als Wulf einige Zeit später erkrankt, kommt es zu einer Auseinandersetzung zwischen Oshelm und Aslak, als dieser dem Schreiber vorwirft, Wulf würde ihn doch wohl nur um den Preis sexueller Gefälligkeiten beschützen. Als Oshelm Wulf davon berichtet, entspinnt sich folgendes Gespräch.

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