Archiv der Kategorie: Lesestoff

Hinter dem Lesestoff (Teil 4): Recherche

Seit Heike Baller vor einigen Monaten in ihrem Blog ein Interview mit mir zu meinen Recherchen für meine Romane geführt hat, habe ich überlegt, das Thema auch hier noch einmal aufzugreifen. Statt um meine Geschichten selbst geht es heute also einmal um das, was in sie einfließt. Ich schreibe zwar Fantasy, aber sie verdankt dem realen Frühmittelalter einiges (wenn auch sehr, sehr frei interpretiert). Vielleicht nützt das, was ich zur Recherche zu erzählen habe, also auch Geschichtsinteressierten, aber die kleinen Greifen dienen als Erinnerung daran, dass ich eben keine historischen Romane schreibe.

Tintenzeichnung "Kleine Greifen", die zwei Greifenjunge zeigt, von Maike Claußnitzer

© Maike Claußnitzer

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Hinter dem Lesestoff (Teil 3) – eine chronologische Übersicht

Meine Geschichten aus Aquae Calicis umfassen mittlerweile fünf Bücher (drei Romane und zwei Bände mit kürzeren Texten). Da ich bald den nächsten und wohl erst einmal letzten Roman veröffentlichen möchte, wird es Zeit, eine kleine Übersicht bereitzustellen, um die interne Chronologie der Geschichten und ihres Hintergrunds nachvollziehbar zu machen. Bei jedem Titel gibt es einige Worte zum Inhalt; bei Kurzgeschichten ist in Klammern angegeben, in welchem Sammelband sie zu finden sind.

Die gute Nachricht: Einsteigen kann man nach Lust und Laune an jeder Stelle, auch wenn der zuerst erschienene Roman Tricontium vielleicht der beste Ausgangspunkt ist.

Wie es für die Beiträge aus der Reihe Hinter dem Lesestoff schon fast Tradition ist, wird auch dieser von einem Bild von Jennifer S. Lange eingeleitet, die diesmal mit Wulf eine meiner heimlichen Lieblingsfiguren gezeichnet hat (wenn man die als Autorin denn unter seinen eigenen Charakteren haben darf).

Zeichnung "Wulf" von Jennifer S. Lange

© Jennifer S. Lange, http://www.jsl-art.de/

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Aquae Calicis und Umgebung

Alle, die sich die Welt meiner Romane und Geschichten rein geographisch etwas genauer vorstellen wollen als bisher, haben jetzt Gelegenheit dazu: Sameena Jehanzeb (saje design), die auch für Covergestaltung, Buchsatz und Illustrationen bei meinen Büchern verantwortlich zeichnet, hat eine schöne Landkarte erstellt, die Aquae Calicis und seine Umgebung zeigt.

© Sameena Jehanzeb, https://www.saje-design.de/

Aquae Calicis ist eine römische Gründung und war der Statthaltersitz der leider von den historischen Wissenschaften bisher völlig ignorierten dritten germanischen Provinz. Unter anderem wirkte hier der berüchtigte Lucius Licinius Laetus, dem allerlei Schandtaten nachgesagt werden. Zur Handlungszeit meiner Geschichten ist das aber längst Vergangenheit. Laetus geht nur noch als Geist um, das alte Amphitheater ist zu einer Burg ausgebaut worden, die in der Hand königlicher Vögte ist, und die Stadt hat einen Bischof, der allerdings nur mit mäßigem Erfolg verhindern kann, dass auch pagane Überzeugungen weiterhin ihre Anhänger finden.

In den Wäldern hausen Trolle, und in den Colles Sironae, der Hügelkette westlich der Stadt, sollen sogar Bocksdämonen ihr Unwesen treiben. Auch an den umliegenden Fürstenhöfen – insbesondere auf dem Brandhorst, wo der finstere Asgrim herrscht – kommt es gelegentlich zu unerklärlichen Geschehnissen, und in die Steinbrüche von Mons Arbuini, in denen Straftäter und Kriegsgefangene schuften müssen, möchte man ohnehin lieber nicht geraten. Angenehmer ist da schon, dass Kaufleute aus dem Osten Tee nach Aquae bringen, doch auch das ist nicht immer ein gefahrloses Unterfangen, und mit ungebetenen Besuchen von Wikingern ist ohnehin mancherorts zu rechnen …

Mehr Informationen zu meinen Geschichten gibt es hier und in der Blogkategorie Lesestoff.

 

Lesestoff: Drachenjagd

Der heutige Lesestoff-Beitrag ist ein Ausschnitt aus meinem Roman Tricontium (S. 304-305) und führt in ein Wachhaus in den Steinbrüchen von Mons Arbuini. Ardeija muss bei einem Besuch dort etwas Wartezeit überbrücken und kommt mit einer Schreiberin ins Gespräch über seinen kleinen Drachen Gjuki.

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Hinter dem Lesestoff (Teil 2)

Einen ersten Beitrag über das, was eigentlich hinter dem hier manchmal veröffentlichten Lesestoff steckt, gab es letzte Woche schon. Heute folgt Teil 2, und danach geht es hier im Blog dann auch wieder wie gewohnt vor allem mit Rezensionen weiter.

Zur Einstimmung gibt es wieder eine Zeichnung von Jennifer S. Lange (JSL-Art), die den Namensgeber dieser Website zeigt, Ardeija, der in meinen Geschichten eine zentrale Rolle spielt.

Zeichnung "Ardeija" von Jennifer S. Lange

© Jennifer S. Lange, http://www.jsl-art.de/

Es ist kein Zufall, dass heute gerade er in der Illustration erscheint, denn um ihn geht es bei der Frage, welche literarische Inspiration eigentlich auslösend für meine Geschichten war.

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Hinter dem Lesestoff (Teil 1)

Unter dem Stichwort Lesestoff veröffentliche ich hier von Zeit zu Zeit kleine Ausschnitte aus meinen Romanen und Geschichten. Aber warum schreibe ich das, was ich schreibe?

Den ersten Teil der Antwort auf diese Frage gibt es heute. Nächste Woche folgt ein zweiter Blogpost zum Thema.

Zur Einstimmung auf den Beitrag aber zunächst einmal eine neue Zeichnung von Jennifer S. Lange (JSL-Art), die Herrad, die Richterin, eine meiner wiederkehrenden Hauptfiguren, perfekt eingefangen hat.

Zeichnung "Herrad" von Jennifer S. Lange

© Jennifer S. Lange, http://www.jsl-art.de/

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Lesestoff: Mäusegeist

Ich habe schon lange keinen Lesestoff-Beitrag mehr auf Ardeija.de veröffentlicht, deshalb wird es höchste Zeit, heute mit einem kleinen Ausschnitt aus dem Roman Die Teeräuber (S. 424). Diesmal geht es auf die Burg von Aquae Calicis, denn dort hat Wulfila sich nach einem dienstlichen Aufenthalt im Kerker gewissermaßen einen blinden Passagier eingefangen.

Zusätzlich zum Text gibt es heute auch noch ein Bild, denn die Zeichnung, die Jennifer S. Lange (JSL-Art) vor kurzem von Wulfila angefertigt hat, ist viel zu schön geworden, als dass ich sie für mich behalten könnte.

Zeichnung "Wulfila" von Jennifer S. Lange

© Jennifer S. Lange, http://www.jsl-art.de/


Mäusegeist

Die Wolken rissen auf, als Wulfila aus der Unterwelt auf den Burghof hinauskam, und einen hellen, wohltuenden Augenblick lang schien die Sonne, bevor das Wetter sich besann und in die der Jahreszeit angemessene Tristheit zurückkehrte. Dieses Licht an einem ansonsten trüben Tag war für ihn so bemerkenswert, dass es das Erste war, wovon er Herrad und den anderen später im Praetorium erzählte.

Es war auch dieses Licht, in das der Mäusegeist voller Behagen sein zuckendes Schnäuzchen reckte, als würden Gespenster nicht in die Nachtstunden oder in die Finsternis eines Kellerlochs gehören. Und einen Geist, der sich sonnen wollte, konnte man doch nicht guten Gewissens wieder ins Verlies hinunterschicken, zumal, wenn einem der Gedanke kam, dass seinem jetzigen Dasein vielleicht kein sehr schönes Mäuseleben vorangegangen war. Die kleinen dunklen Augen in dem nebelzarten Gesicht konnten einen sehr bittend ansehen, aber auch mit einem Schlag vergnügt funkeln, wenn man den Vorschlag machte, das anhängliche Gespenst nachher mit in eine Küche voller Speck, Käse und Nüsse zu nehmen, vorausgesetzt, es sei bereit, ein wenig unter den lebenden Mäusen zu spuken, um sie von den Vorräten fernzuhalten.

So blieb die rauchfeine Erinnerung an weichen Pelz, huschende Füßchen und Wärme irgendwie an seinen Kleidern hängen, als Wulfila ging, um der Welt mitzuteilen, dass er ausgesprochen unzufrieden mit ihr war.


Wer nach der Lektüre neugierig auf mehr ist, findet in der Blog-Kategorie Lesestoff noch weitere kleine Textpassagen oder hier Informationen zu meinen Romanen und Geschichten allgemein.