Archiv des Autors: Ardeija

Aquae Calicis und Umgebung

Alle, die sich die Welt meiner Romane und Geschichten rein geographisch etwas genauer vorstellen wollen als bisher, haben jetzt Gelegenheit dazu: Sameena Jehanzeb (saje design), die auch für Covergestaltung, Buchsatz und Illustrationen bei meinen Büchern verantwortlich zeichnet, hat eine schöne Landkarte erstellt, die Aquae Calicis und seine Umgebung zeigt.

© Sameena Jehanzeb, https://www.saje-design.de/

Aquae Calicis ist eine römische Gründung und war der Statthaltersitz der leider von den historischen Wissenschaften bisher völlig ignorierten dritten germanischen Provinz. Unter anderem wirkte hier der berüchtigte Lucius Licinius Laetus, dem allerlei Schandtaten nachgesagt werden. Zur Handlungszeit meiner Geschichten ist das aber längst Vergangenheit. Laetus geht nur noch als Geist um, das alte Amphitheater ist zu einer Burg ausgebaut worden, die in der Hand königlicher Vögte ist, und die Stadt hat einen Bischof, der allerdings nur mit mäßigem Erfolg verhindern kann, dass auch pagane Überzeugungen weiterhin ihre Anhänger finden.

In den Wäldern hausen Trolle, und in den Colles Sironae, der Hügelkette westlich der Stadt, sollen sogar Bocksdämonen ihr Unwesen treiben. Auch an den umliegenden Fürstenhöfen – insbesondere auf dem Brandhorst, wo der finstere Asgrim herrscht – kommt es gelegentlich zu unerklärlichen Geschehnissen, und in die Steinbrüche von Mons Arbuini, in denen Straftäter und Kriegsgefangene schuften müssen, möchte man ohnehin lieber nicht geraten. Angenehmer ist da schon, dass Kaufleute aus dem Osten Tee nach Aquae bringen, doch auch das ist nicht immer ein gefahrloses Unterfangen, und mit ungebetenen Besuchen von Wikingern ist ohnehin mancherorts zu rechnen …

Mehr Informationen zu meinen Geschichten gibt es hier und in der Blogkategorie Lesestoff.

 

Neu rezensiert: Darkness over Cannae

Wie kann man sich die Schlacht bei Cannae vorstellen, in der die Römer eine vernichtende Niederlage gegen den karthagischen Feldherrn Hannibal erlebten? Jenny Dolfen bietet in ihrem kurzen Roman Darkness over Cannae ihre lesens- und betrachtenswerte Rekonstruktion der Geschehnisse.

Alles Weitere über das ebenso ungewöhnliche wie spannende Buch hinter diesem Link.

Lesestoff: Drachenjagd

Der heutige Lesestoff-Beitrag ist ein Ausschnitt aus meinem Roman Tricontium (S. 304-305) und führt in ein Wachhaus in den Steinbrüchen von Mons Arbuini. Ardeija muss bei einem Besuch dort etwas Wartezeit überbrücken und kommt mit einer Schreiberin ins Gespräch über seinen kleinen Drachen Gjuki.

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Neu rezensiert: Sagas aus der Vorzeit I

Wie wäre es mit Wikingern, Kriegerinnen, Zauberkundigen, Trollen und Zwergen, bewaffnet mit verfluchten Schwertern oder durch einen Konflikt mit Odin in höchster Gefahr?

Die von Rudolf Simek und seinem Team neu übersetzten und herausgegebenen Sagas aus der Vorzeit haben all das und noch mehr zu bieten. Mehr darüber in der neuen Rezension.

Neu rezensiert: Karl V.

Heinz Schilling hat bereits eine vielbeachtete Biographie Martin Luthers verfasst. Nun nimmt er einen der bekanntesten von dessen Gegenspielern in den Blick.

Warum Karl V. für ihn Der Kaiser, dem die Welt zerbrach, ist, lässt sich in der neuen Rezension nachlesen.

Hinter dem Lesestoff (Teil 2)

Einen ersten Beitrag über das, was eigentlich hinter dem hier manchmal veröffentlichten Lesestoff steckt, gab es letzte Woche schon. Heute folgt Teil 2, und danach geht es hier im Blog dann auch wieder wie gewohnt vor allem mit Rezensionen weiter.

Zur Einstimmung gibt es wieder eine Zeichnung von Jennifer S. Lange (JSL-Art), die den Namensgeber dieser Website zeigt, Ardeija, der in meinen Geschichten eine zentrale Rolle spielt.

Zeichnung "Ardeija" von Jennifer S. Lange

© Jennifer S. Lange, http://www.jsl-art.de/

Es ist kein Zufall, dass heute gerade er in der Illustration erscheint, denn um ihn geht es bei der Frage, welche literarische Inspiration eigentlich auslösend für meine Geschichten war.

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Hinter dem Lesestoff (Teil 1)

Unter dem Stichwort Lesestoff veröffentliche ich hier von Zeit zu Zeit kleine Ausschnitte aus meinen Romanen und Geschichten. Aber warum schreibe ich das, was ich schreibe?

Den ersten Teil der Antwort auf diese Frage gibt es heute. Nächste Woche folgt ein zweiter Blogpost zum Thema.

Zur Einstimmung auf den Beitrag aber zunächst einmal eine neue Zeichnung von Jennifer S. Lange (JSL-Art), die Herrad, die Richterin, eine meiner wiederkehrenden Hauptfiguren, perfekt eingefangen hat.

Zeichnung "Herrad" von Jennifer S. Lange

© Jennifer S. Lange, http://www.jsl-art.de/

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Lesestoff: Mäusegeist

Ich habe schon lange keinen Lesestoff-Beitrag mehr auf Ardeija.de veröffentlicht, deshalb wird es höchste Zeit, heute mit einem kleinen Ausschnitt aus dem Roman Die Teeräuber (S. 424). Diesmal geht es auf die Burg von Aquae Calicis, denn dort hat Wulfila sich nach einem dienstlichen Aufenthalt im Kerker gewissermaßen einen blinden Passagier eingefangen.

Zusätzlich zum Text gibt es heute auch noch ein Bild, denn die Zeichnung, die Jennifer S. Lange (JSL-Art) vor kurzem von Wulfila angefertigt hat, ist viel zu schön geworden, als dass ich sie für mich behalten könnte.

Zeichnung "Wulfila" von Jennifer S. Lange

© Jennifer S. Lange, http://www.jsl-art.de/


Mäusegeist

Die Wolken rissen auf, als Wulfila aus der Unterwelt auf den Burghof hinauskam, und einen hellen, wohltuenden Augenblick lang schien die Sonne, bevor das Wetter sich besann und in die der Jahreszeit angemessene Tristheit zurückkehrte. Dieses Licht an einem ansonsten trüben Tag war für ihn so bemerkenswert, dass es das Erste war, wovon er Herrad und den anderen später im Praetorium erzählte.

Es war auch dieses Licht, in das der Mäusegeist voller Behagen sein zuckendes Schnäuzchen reckte, als würden Gespenster nicht in die Nachtstunden oder in die Finsternis eines Kellerlochs gehören. Und einen Geist, der sich sonnen wollte, konnte man doch nicht guten Gewissens wieder ins Verlies hinunterschicken, zumal, wenn einem der Gedanke kam, dass seinem jetzigen Dasein vielleicht kein sehr schönes Mäuseleben vorangegangen war. Die kleinen dunklen Augen in dem nebelzarten Gesicht konnten einen sehr bittend ansehen, aber auch mit einem Schlag vergnügt funkeln, wenn man den Vorschlag machte, das anhängliche Gespenst nachher mit in eine Küche voller Speck, Käse und Nüsse zu nehmen, vorausgesetzt, es sei bereit, ein wenig unter den lebenden Mäusen zu spuken, um sie von den Vorräten fernzuhalten.

So blieb die rauchfeine Erinnerung an weichen Pelz, huschende Füßchen und Wärme irgendwie an seinen Kleidern hängen, als Wulfila ging, um der Welt mitzuteilen, dass er ausgesprochen unzufrieden mit ihr war.


Wer nach der Lektüre neugierig auf mehr ist, findet in der Blog-Kategorie Lesestoff noch weitere kleine Textpassagen oder hier Informationen zu meinen Romanen und Geschichten allgemein.

Neu rezensiert: Als Franken fränkisch wurde

Die heutige Region Franken war nicht das Kerngebiet der frühmittelalterlichen gens, deren Namen sie trägt, sondern wurde erst im Zuge der Merowingerzeit ins Frankenreich eingegliedert und von Franken besiedelt. Was die Archäologie über diese Umbruchsepoche verrät, kann man dem Aufsatzband Als Franken fränkisch wurde entnehmen.

Die neue Rezension wartet hinter diesem Link.