Nach so vielen Beiträgen zur Antike geht es heute zur Abwechslung einmal in die frühe Neuzeit. Yasushi Inoues ebenso verstörender wie feinsinniger Roman Der Tod des Teemeisters entführt einen ins Japan des 16. und 17. Jahrhunderts, wirft aber im Grunde genommen zeitlose Fragen auf. Mehr darüber in der neuen Rezension.
Archiv der Kategorie: Neu rezensiert
Neu rezensiert: Römer und Germanen am Main
Wir bleiben beim Thema Römer, aber nach gleich zwei Romanen in Folge ist wieder einmal ein Sachbuch an der Reihe. Bernd Steidls archäologische Studien über Römer und Germanen am Main haben viel Interessantes und Spannendes zu bieten. Die neue Rezension ist hier zu finden.
Blogkooperation mit „Schmeckt nach mehr“: Feast of Sorrow
Ganz wusste ich nicht, was auf mich zukommen würde, als Sabine Schlimm von Schmeckt nach mehr mich vor einiger Zeit fragte, ob ich Lust auf eine gemeinsame Blogaktion zu Crystal Kings historischem Roman Feast of Sorrow hätte.
Zugesagt habe ich trotzdem sofort, denn diese Zusammenarbeit wollte ich mir auf keinen Fall entgehen lassen. Sabines Blog ist immer lesenswert. Oft sind ihre Beiträge nachdenklich und philosophisch (ob es nun ums Fleischessen geht oder darum, wie viel weltoffener unsere Gesellschaft ohne den Holocaust als Zäsur geworden wäre). Andere laden zum Träumen ein, wie dieser Ausflug nach Amrum. Dann wieder wird es urkomisch, wenn man etwa eine fiktive Redaktionskonferenz verfolgen darf. Auf jeden Fall lassen einem ihre Rezepte das Wasser im Munde zusammenlaufen. Umso verlockender also, die Schöpferin all dieser leckeren Gerichte in Sachen altrömische Küche aktiv werden zu sehen! Denn dass die römische Antike zu meinen Lieblingsepochen zählt, ist für alle, die schon länger auf Ardeija.de mitlesen, sicher kein Geheimnis.
Vor dem Hintergrund war es dann auch nicht weiter schlimm, dass der Roman, den ich inzwischen gelesen und rezensiert habe, durchaus reißerische Passagen zu bieten hat. Viel wichtiger ist, dass darin auch eine Fülle kulinarischer Genüsse beschrieben wird.
Im Mittelpunkt der Geschichte steht nämlich Apicius, der als Autor des antiken Kochbuchs De re coquinaria gilt. Die heute bekannte, in mittelalterlichen Handschriften überlieferte Fassung seines Werks wurde wohl erst im 3. oder 4. Jahrhundert kompiliert, doch Apicius selbst wird in aller Regel mit Marcus Gavius Apicius identifiziert, einem Verschwender und Feinschmecker, über den aus der Epoche des Kaisers Tiberius (der von 14 bis 37 n. Chr. herrschte) die wildesten Anekdoten überliefert sind. Crystal King ergänzt das Leben der ohnehin schon schillernden Gestalt um einige nicht minder wüste erfundene Episoden.
Von den Gaumenfreuden, die King in Feast of Sorrow heraufbeschwört, hat sich Sabine Schlimm zu einem leckeren Rezept inspirieren lassen: Hähnchen nach Art der Parther an Linsenpüree mit Kastanien. Nachkochen dringend empfohlen! Sabines Einschätzung zu Feast of Sorrow, ein paar Kostproben aus dem Roman und spannende Informationen über die römische Küche allgemein gibt es in ihrem Beitrag außerdem.
Ob sich auch die Lektüre des Romans auch aus meiner Sicht lohnt, lässt sich in der neuen Rezension nachlesen.
Wer neugierig auf den historischen Apicius und seine Rezeptsammlung geworden ist, findet eine schöne zweisprachige Ausgabe bei Reclam:
Marcus Gavius Apicius: De re coquinaria. Über die Kochkunst. Lateinisch / Deutsch, hrsg., übersetzt und kommentiert von Robert Maier. Stuttgart, Reclam, 1991 (RUB 8710), 262 Seiten.
ISBN: 3150087104
Neu rezensiert: Augustus
Augustus, der erste römische Kaiser, ist nicht nur Gegenstand von Biographien und historischen Untersuchungen, sondern hat auch Auftritte in zahlreichen Romanen. Ein gelungenes Beispiel für solch eine fiktionalisierte Version seines Lebens ist John Williams Augustus, ein spannender Versuch, die berühmte und doch in mancherlei Hinsicht rätselhafte Persönlichkeit aus vielen Perspektiven auf einmal in den Blick zu nehmen. Mehr darüber in der neuen Rezension.
Neu rezensiert: Unglaube im „Zeitalter des Glaubens“
Das Mittelalter gilt oft pauschal als Zeitalter alles dominierender christlicher Frömmigkeit, in dem allenfalls ein paar Häretiker von der Mehrheitsmeinung abwichen, Atheismus aber praktisch unbekannt war. Diese Einschätzung versucht Peter Dinzelbacher in seiner interessanten Studie Unglaube im „Zeitalter des Glaubens“ zu korrigieren und fördert allerlei interessante Beispiele für mittelalterlichen Unglauben zutage. Zur neuen Rezension geht es hier entlang.
Neu rezensiert: Europa und Herr Stier
Die Suche nach dem wahren Kern von Sagen ist bis heute populär, aber wie engagiert man sie schon in der Antike zu betreiben wusste, belegen die Unglaublichen Geschichten des Palaiphatos, der zur Zeit Alexanders des Großen versuchte, eine rationale Erklärung für die altgriechischen Mythen zu finden. Mehr über Kai Brodersens Ausgabe des lesenswerten Klassikers in der neuen Rezension.
Neu rezensiert: Akanthus und Zitronen
Es wird auf Ardeija.de wieder einmal Zeit, einen Ausflug ins alte Rom zu unternehmen – diesmal allerdings zur Abwechslung in seine Gärten und ihre modernen Rekonstruktionen. Stephanie Hauschild führt in Akanthus und Zitronen mit leichter Hand durch das komplexe und spannende Thema und gibt auch praktische Tipps, um eine Hauch Römerzeit in den eigenen Garten zu bringen. Die neue Rezension ist hier zu finden.
Neu rezensiert: Das geheimnisvolle Leben der Pilze
Covergestaltung und Titel lehnen sich denkbar deutlich an Peter Wohllebens Das geheime Leben der Bäume an, aber keine Sorge: Robert Hofrichter legt mit Das geheimnisvolle Leben der Pilze ein trotz kleiner Schwächen durchaus lesenswertes Buch vor, das mehr als ein bloßes Nachahmerprodukt ist. Mehr darüber in der neuen Rezension.
Neu rezensiert: Gebrauchsanweisung für den Wald
Wie wäre es mit einem Waldspaziergang? Was man dabei entdecken kann, wie man sich in bestimmten Situationen verhalten sollte und was es sonst noch an Wissenswertem über Wälder und ihre Bewohner zu erzählen gibt, schildert Peter Wohlleben in seiner Gebrauchsanweisung für den Wald locker und eingängig. Zur neuen Rezension geht es hier entlang.
Neu rezensiert: Die Römer in Deutschland
Drei Romanrezensionen in Folge sind für Ardeija.de wohl ein Rekord – höchste Zeit also, einmal wieder ein Sachbuch zu besprechen. Andreas Thiel legt mit Die Römer in Deutschland einen gut lesbaren Ausflug in die Antike vor, der Grundwissen über eine spannende Epoche anschaulich und reich bebildert vermittelt. Mehr darüber in der neuen Rezension.