Die Skythen

Neu rezensiert: Die Skythen

Kriegerische Nomaden, verstörende Begräbnisbräuche, aber nicht zuletzt auch eine berückend schöne Kunst – in den eurasischen Steppen gab es in der Antike einiges zu entdecken. Wer einen ersten Einstieg in die skythische Welt sucht, ist mit der kompakten Enführung des bekannten Prähistorikers Hermann Parzinger gut beraten. Die neue Rezension ist hier zu finden.

Im Schatten der Paläste

Neu rezensiert: Im Schatten der Paläste

Der Titel Im Schatten der Paläste ist nicht ohne Mehrdeutigkeit. In Klaus Bringmanns lesenswertem Buch geht es um das, was sich nach und nach aus den Ruinen der mykenischen (Palast-)Kultur, mithin in deren Schatten, entwickelte. Zugleich aber standen die hier behandelten Epochen der griechischen Geschichte (die sogenannten „dunklen Jahrhunderte“ und die Archaik) auch in der öffentlichen Wahrnehmung lange im Schatten Mykenes einerseits und der klassischen und hellenistischen Antike andererseits. Höchste Zeit, dass sich daran etwas ändert! Zur neuen Rezension geht es hier entlang.

Anton hat kein Glück

Neu rezensiert: Anton hat kein Glück

Ardeija.de wünscht allen ein frohes, friedliches und lektürereiches neues Jahr 2017! Die erste Rezension in diesem Januar befasst sich mit einem Roman, der vielleicht zu guten Vorsätzen anregen könnte, geht es darin doch um ein unbefriedigendes Leben und einen Neuanfang. Daneben mangelt es aber auch nicht an originellen Fabelwesen und an Magie (der übernatürlichen wie der taschenspielerischen Art). Mehr über Anton hat kein Glück in der neuen Rezension.

Bach

Neu rezensiert: Bach

Wenn ein Musikstück um die Weihnachtszeit nicht fehlen darf, dann sicher Johann Sebastian Bachs Weihnachtsoratorium – Grund genug, sich einmal näher mit dem Mann dahinter zu befassen. So bildet John Eliot Gardiners beeindruckende Biographie Bach. Musik für die Himmelsburg den krönenden Abschluss des Lesejahrs 2016. Mit der neuen Rezension verabschiedet Ardeija.de sich wie gewohnt in die Winterpause. Im nächsten Jahr geht es hier mit spannender Lektüre weiter.

Hortensienblüte im Herbst

Lesetipps in Kurzform 4 (Bücher und Links)

Der Herbst schreitet voran, und wie immer geht es mir so, dass mit der dunklen Jahreszeit der Wunsch in mir aufkeimt, mich wieder etwas mehr mit Märchen, Sagen und Mythen zu beschäftigen. Der November mit seinem oft trüben Wetter eignet sich vielleicht besser als jeder andere Monat, um beim Lesen in ferne (Vorstellungs-)Welten abzutauchen.
Hier folgen einige Buchtipps zum Thema und am Ende des Beitrags die schon traditionellen, nicht ausschließlich literarischen Linktipps zu allem, was sonst noch Spaß macht.

Buchtipps

Das große Sagenbuch

Auf der Suche nach einem ersten Überblick über die europäische Sagenwelt oder nach einer guten Zusammenfassung, um verschüttete eigene Kenntnisse der alten Stoffe wieder aufzufrischen? Dann ist Johannes Carstensens Großes Sagenbuch genau das Richtige. Begonnen bei der griechischen Götter- und Heldenwelt über die römischen und altnordischen Mythen bis hin zu mittelalterlichen Sagen aus Deutschland, Frankreich, Spanien und England wird hier ein Grundstock von alten Geschichten, die man kennen sollte, in klassischem Stil nacherzählt. Sympathisch ist, dass Carstensen dort, wo es konkurrierende Überlieferungen gibt, zumeist die Variante wählt, die etwas glimpflicher und menschenfreundlicher ausgeht (so etwa bei der Hildebrandssage, bei der er der Version des Jüngeren Hildebrandslieds folgt und den Kampf zwischen Vater und Sohn nicht tödlich enden lässt).

Johannes Carstensen: Das große Sagenbuch. Die schönsten Götter-, Helden- und Rittersagen, gesammelt und neu erzählt von Johannes Carstensen. Zürich, Diogenes, 1996 (Erstausgabe: 1992), 464 Seiten.
ISBN: 9783257228755

Keltische Märchen

Der Titel ist fast ein wenig irreführend, denn Heinrich Dickerhoff präsentiert in seiner vielfältigen Sammlung nicht allein typische Märchen, sondern auch keltische Sagen und christliche Legenden mit märchenhaften Zügen. So trifft man hier außer den märchentypischen Feen, Geistern, Königen und Prinzessinnen mehrere Sagenhelden wie Cuchulainn oder den Artusritter Gawain und am Ende sogar biblische Gestalten. Neben den mit ihren hübschen Initialen auch buchgestalterisch schön aufgemachten Geschichten und den zugehörigen Quellenhinweisen ist für jeden Eintrag eine kleine psychologisierende Deutung des Herausgebers enthalten. Vielleicht interpretiert man nicht jedes Märchen so, wie er es tut, doch interessante Denkanstöße finden sich hier allemal.

Heinrich Dickerhoff (Hrsg.): Keltische Märchen. Zum Erzählen und Vorlesen. Krummwisch bei Kiel, Königsfurt-Urania, 2012, 190 Seiten.
ISBN: 9783868260335

Trickster Makes This World

Implizit durchaus in der Tradition von Joseph Campbells Heros in tausend Gestalten nimmt Lewis Hyde in seinem elegant geschriebenen Buch die Gestalt des göttlichen Tricksters in den Blick, den er primär als Mittler des Übergangs zwischen Heiligem und Profanem, Götter- und Menschenwelt, Leben und Tod, Gestattetem und Tabuisiertem sieht. Am Beispiel von Hermes und Loki in Europa, Eshu und Legba in Afrika, Rabe und Kojote in Nordamerika und dem Affenkönig in Asien zeigt er weltweite Gemeinsamkeiten von Trickstermythen auf. Deren Strukturen und ihre ambivalente Funktion zur Stabilisierung, aber auch Transformation von kulturellen Gegebenheiten überträgt er auf die Rolle moderner Schriftsteller und bildender Künstler. Manche Parallele wirkt hier vielleicht etwas zu gewollt und reizt zum Widerspruch, aber insgesamt lernt man viel über traditionelle Mythen und den Ersatz, den wir uns dafür in einer vielleicht nur vermeintlich rationalen und säkularisierten Welt schaffen.

Lewis Hyde: Trickster Makes This World. How Disruptive Imagination Creates Culture. Edinburgh, Canongate Books, 2008 (Original: 1998), 417 Seiten.
ISBN: 9781847672254

Linktipps

Im Moment lohnt es sich sehr, auf dem Blog des Archäologischen Museums Hamburg vorbeizuschauen, denn der Archäologe Bent Jensen zeichnet zur Ausstellung EisZeiten charmante Comics, in denen die Steinzeit und die Antike (sein eigentliches Fachgebiet) gegenübergestellt werden. Der besonders lustige zum Thema Mischwesen aus Mensch und Tier ist hier zu finden. Übrigens sind seine Comicfiguren auch in humorvollen Rekonstruktionszeichnungen in der insgesamt sehr spannenden und gut präsentierten Ausstellung zu finden. Wer also in Hamburg wohnt oder gerade dort zu Gast ist, sollte unbedingt einen Abstecher ins Museum unternehmen.

Petra van Cronenburgs Blog ist eigentlich immer lesenswert, und das gilt besonders für ihren aktuellen Artikel über ihre Erfahrungen auf einer Kunsthandwerkerausstellung. Die kleine Typenlehre der dort vertretenen Kunden ist zum Schreien komisch, hat aber natürlich einen ernsten Hintergrund. Denn was sich hier über die (mangelnde) Wertschätzung kreativer Arbeit lernen lässt, gilt nicht nur für die Schmuckherstellung, sondern für viele Bereiche einschließlich der Buchwelt.

Eine besonders aufregende Neuigkeit kommt von Sam Jehanzeb, die ihrer künstlerischen Laufbahn eine neue Facette hinzufügt und von nun an auch Autorin ist. Noch ist ihr Buch zwar nicht erschienen, aber alle Fantasyfans können sich demnächst wirklich auf einen Leckerbissen freuen. Und zur Überbrückung der Wartezeit bleibt ja immer noch die Freude an ihren Scherenschnitten, die es inzwischen auch als Wearable Art gibt, z.B. als Weihnachtstasche.