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Mister Bennet

Ein Schicksalsschlag trifft die Familie Bennet (bekannt aus Jane Austens Stolz und Vorurteil): Mrs Bennet stirbt recht plötzlich und lässt ihren Mann mit den beiden unverheirateten Töchtern Mary und Kitty allein zurück. Die drei sind auf diese Situation denkbar schlecht vorbereitet, doch bei aller Trauer birgt sie auch Chancen. Denn in der veränderten Familienkonstellation lernen Vater und Töchter einander noch einmal ganz neu kennen, und als mit der klugen und weltläufigen Mrs Jones eine ungewöhnliche Hauslehrerin auf den Plan tritt, um Marys und Kittys bislang eher vernachlässigte Bildung zu vervollkommnen, stellt Mr Bennet unerwartet fest, dass vielleicht auch bei ihm in seinen Ehejahren mehr zu kurz gekommen ist, als er es sich bewusst gemacht hat …

Bücher, die von Jane Austens Stolz und Vorurteil inspiriert sind oder die Geschichte sogar direkt fortsetzen, gibt es in Hülle und Fülle, aber während viele dieser Werke sich ausschließlich auf die Protagonistengeneration des Originals (oder deren Nachkommen) konzentrieren, schlägt Heike Baller einen etwas anderen Weg ein. In ihrem pünktlich zu (bzw. sogar etwas vor) Jane Austens 250. Geburtstag erschienenen Debütroman stellt die bisher nicht nur mit mehreren Haiku-Bänden, sondern auch mit einer ganzen Reihe von Blogbeiträgen zu Jane Austen hervorgetretene Autorin neben den beiden etwas unscheinbareren Bennet-Schwestern Mary und Kitty nämlich auch deren Vater in den Mittelpunkt, der hier einen zweiten Frühling mit einer ganz anderen Partnerin als seiner ursprünglich einmal durch äußerliche Attraktivität bestechenden, auf anderer Ebene aber vielleicht für ihn gar nicht allzu gut geeigneten Frau erleben darf.

In den Geschichten aller drei Hauptfiguren schwingt dabei durchaus Kritik am Männer- und Frauenbild ihrer Zeit, an den damit verbundenen gesellschaftlichen Erwartungen, aber auch – und das macht die Sache unter literaturwissenschaftlichen Aspekten besonders interessant – an Jane Austens eigenen Wertungen ihrer Gestalten mit. Denn ist Kitty wirklich nur das unreife Ding, das sich ständig von seiner jüngeren Schwester Lydia (die ihre ziemlich unrühmliche, im Original angelegte Rolle voll und ganz behält, auch wenn selbst bei ihr die Ungerechtigkeit der Geschlechterverhältnisse deutlich wird) zu Unsinn anstiften lässt, oder sind ihr nicht auch Möglichkeiten verwehrt geblieben, die sich nun erst verspätet auftun? Ist Mary bloß eine Frömmlerin, die in ihrem Geltungsdrang ihre musikalischen und geistigen Fähigkeiten peinlich überschätzt, oder hat sie nicht echte spirituelle Tiefe und Bildungsehrgeiz zu bieten, die nur nie richtig gefördert worden sind? Und haben ihre gut verheirateten und damit scheinbar erfolgreicheren älteren Schwestern, die sanftmütige, hübsche Jane und die schlagfertige, selbstbewusste Lizzy, es wirklich so viel besser getroffen und nicht vielmehr ihrerseits, wenn auch unbewusst, auf manches verzichtet, das insbesondere Mary nun für sich zu beanspruchen wagt?

Es sind eher kluge Denkanstöße als simple Antworten, die Heike Baller diesbezüglich gibt. Dabei bleiben die Wege, die Mary und Kitty einschlagen, mehr oder minder im Einklang mit dem, was Jane Austen (innerhalb und außerhalb von Stolz und Vorurteil) über ihre jeweilige Zukunft andeutet, werden aber auf ganz eigene Weise interpretiert und mit Verve, viel Begeisterung für Ausgangswerk und Epoche und auch einem Schuss Humor erzählt. Da es immer wieder um Bildung und die Auseinandersetzung insbesondere mit Musik, Literatur und Religion geht, hat Heike Baller oft Gelegenheit, ihre umfassenden kulturellen Kenntnisse mit leichter Hand einfließen zu lassen und dem Lesepublikum einiges zu entdecken zu geben. Hier auf Anspielungssuche zu gehen, macht über den Unterhaltungswert der Handlung hinaus einen zusätzlichen Reiz des Romans aus. Ohnehin wirken viele Elemente mit Bedacht gesetzt, beispielsweise die Art, wie Anfang und Ende des Buchs thematisch aufeinander bezogen sind (wie genau, soll hier natürlich nicht vorab verraten werden – aber es fällt einem, samt der jeweiligen jahreszeitlichen Zuordnung der Ereignisse, durchaus angenehm als sicher nicht nur zufällig so angelegt auf).

Wer Freude daran hat, einen Klassiker der Weltliteratur fortgesetzt und dabei auf viel Sympathie für das Original verratende, niemals verletzende Art sanft gegen den Strich gebürstet zu sehen, findet also in Mister Bennet eine vergnügliche Lektüre nicht nur zum derzeitigen Jane-Austen-Jubiläum.

Heike Baller: Mister Bennet. Hamburg, BoD, 2025, 276 Seiten.
ISBN: 978-3-6951-8721-8


Genre: Roman

Die geheimnisvolle Fremde

Norddeutschland 1799. Gewöhnlich bekommt es der Amtsschreiber Heinrich Eckhoff im ruhigen Harsefeld nicht mit schlimmeren Vergehen als Schlägereien oder versetzten Grenzsteinen zu tun. Doch als er an einem Frühlingstag eine völlig entkräftete und orientierungslos herumirrende Fremde findet, die nicht einmal ihren eigenen Namen kennt, ist das der Auftakt zu einer Reihe verstörender Ereignisse. Nicht genug damit, dass die junge Frau, kaum dass Heinrich sie bei seiner Vermieterin, der Witwe Gaethke, untergebracht hat, von der abergläubischen Dorfbevölkerung verdächtigt wird, eine gefährliche Untote zu sein: Bald kommt es sogar zu einem Attentat auf sie, und als kurz darauf, wohl vom selben Täter, ein Mord an einer Dorfbewohnerin begangen wird, sind Heinrich und Gaethkes älteste Tochter Leonore entschlossener denn je, mehr über ihre rätselhafte Mitbewohnerin herauszufinden. Aber wie, wenn die Arme selbst so gut wie nichts über sich weiß und jemand, dem daran gelegen ist, das auch so bleiben zu lassen, ihren Verbündeten immer einen Schritt voraus ist? Dann geschieht ein zweiter Mord, und das ist noch nicht das Ende der verhängnisvollen Geschehnisse, die über Harsefeld hereinbrechen sollen …

Martin Schemms neuester historischer Roman Die geheimnisvolle Fremde ist von dem bis heute ungeklärten und daher auch immer wieder zu Spekulationen anregenden Fall des Kaspar Hauser inspiriert. Anders als bei ihm lassen sich im Buch – so viel sei vorweggenommen, ohne schon etwas Entscheidendes zu verraten – die Hintergründe des unerwarteten Auftauchens der mysteriösen Frau jedoch aufklären, und den Ich-Erzähler Heinrich und die ihm schon nach kurzer Zeit alles andere als gleichgültige Leonore, genannt Lore, dabei zu begleiten, bleibt von Anfang bis Ende spannend.

Trotz der Krimielemente ist die Geschichte dabei nicht im Stil eines typischen Whodunnit zum Miträtseln aufgebaut. Obwohl der Roman geradlinig erzählt und flott zu lesen ist, kann man die Auflösung nicht vorausahnen, schon gar nicht in allen Einzelheiten, nicht zuletzt deshalb, weil es sich bei dem hauptsächlichen „Detektiv“ Heinrich um einen Zugezogenen handelt, der noch dazu als etwas Bessergestellter nicht am Tratsch der Dorfbevölkerung teilnimmt und deshalb von einem Vorfall, der sich Jahre zuvor in Harsefeld herumgesprochen haben muss und der entscheidend ist, um das Schicksal der Fremden zu verstehen, schlicht zunächst nichts wissen kann.

Ohnehin ist die gelungene Schilderung des Lebens auf dem Lande kurz vor Beginn des 19. Jahrhunderts ein Hauptreiz des Romans. Ob nun die Dorfgesellschaft vom Gesinde über die Bauern und Honoratioren bis hin zum niederen Adel, die Landschaft mit ihren Wäldern, Mooren und Feldern oder der Zusammenhalt angesichts einer jähen Katastrophe, alles wird lebendig heraufbeschworen, und die Vergangenheit ist immer präsent, ob nun in der Rückbesinnung auf den Dreißigjährigen Krieg als Zeit unfassbarer Gewalt oder in den allgegenwärtigen prähistorischen Hügelgräbern (die nicht nur für Atmosphäre sorgen, sondern auch schon einmal einen ganz praktischen Zweck als Deckung bei einer riskanten Verfolgungsjagd erfüllen dürfen).

Deutlich wird immer wieder auch, dass trotz des gewissen Maßes an Bildung, das im Zuge der Aufklärung auch für die Ärmeren zugänglich geworden ist (zum Bibellesen reicht es immerhin, auch unter schwierigsten Verhältnissen), Aberglaube und Ängste vor dem Übernatürlichen noch keineswegs verschwunden sind. Hier bedauert man manchmal fast, dass Martin Schemm sich diesmal – anders als etwa bei seinen früheren Büchern Die Feuertore und Tod im Mariendom – auf einen rein realistischen historischen Roman beschränkt hat, denn einige Details, wie etwa der angebliche heidnische Fluch, der auf dem Ort ruhen soll, hätten sich bei seinem Talent für Phantastisches sicher großartig ausarbeiten lassen, wenn sie mehr als nur Gerüchte wären.

Aber Schemm beweist, dass sein Sinn für das Unheimliche auch dann für packende Lektüre sorgt, wenn die Ursachen des Bösen, das in eine vordergründig friedliche Welt eindringt, ganz irdisch sind. Sympathisch ist wie immer, dass der Autor, obwohl es durchaus einige dramatische und bedrohliche Situationen gibt, keine typischen Kämpferhelden, sondern einen Schreiber und eine ehemalige Hauslehrerin ermitteln lässt und – neben dem klassischen literarischen Motiv eines besonderen angeborenen Merkmals als Erkennungszeichen – vor allem gute Recherchefähigkeiten zum Erfolg führen. Die sanfte und dank humorvoller Frotzeleien auch sehr amüsant zu lesende Liebesgeschichte zwischen Heinrich und Lore bildet dabei einen angenehmen Kontrapunkt zu den entsetzlichen Ereignissen, die beide zusammenfinden lassen. Wer Spaß an historischen Romanen allgemein oder speziell an Regionalgeschichte hat, wird daher auch viel Freude an der Geheimnisvollen Fremden haben.

Martin Schemm: Die geheimnisvolle Fremde. Bremen, Edition Falkenberg, 2025, 228 Seiten.
ISBN: 978-3-95494-239-8


Genre: Roman

Die mutige Rebellin

Die Geschichte von Rosa Parks kennen wahrscheinlich viele aus dem Geschichts- oder Englischunterricht: Eine mutige Schwarze weigert sich in Widerspruch zu den diskriminierenden Regeln in den Südstaaten der USA, ihren Platz im Bus für einen Weißen zu räumen, und das wird zum Auslöser eines der entscheidenden Kämpfe gegen das Unterdrückungssystem der Segregation, das den Schwarzen jede Würde nimmt. Oft erscheint diese Begebenheit jedoch als rein aus der Situation heraus entstandene Auflehnung eines Durchschnittsmenschen, die dann eine Eigendynamik entwickelte, und es ist diese bestenfalls verkürzte Darstellung, gegen die Patricia Eckermann und James A. Sullivan in ihrem gemeinsamen Roman Die mutige Rebellin anschreiben.

Rosa Parks, so wird bei ihnen deutlich, war schon lange vor dem berühmten Moment eine engagierte Aktivistin, die unermüdlich für ihre Rechte kämpfte. Dass sich das falsche Bild so hartnäckig in den Köpfen festsetzen konnte, hat mehrere Gründe: Zunächst bewusst lanciert, um den Fall als Aufhänger für breitere Proteste nutzen zu können, indem man die Betroffene der Öffentlichkeit als möglichst harmlos und respektabel schmackhaft machte, hatte es auch in der Erinnerung Bestand. Das ist nicht zuletzt den Zeitumständen geschuldet: Auch in nominell progressiven Kreisen waren Frauen in der ersten Reihe nicht gern gesehen, und eine nur aus dem Augenblick heraus gegen schlechte Behandlung aufbegehrende übermüdete Näherin war als Symbolfigur leichter zu vermitteln als eine schon zuvor in einer politischen Organisation mitwirkende und zum Blick über den Tellerrand mehr als fähige Rebellin.

Ohnehin tappt das Autorenduo nicht in die Falle, die Schwarze Bürgerrechtsbewegung unkritisch zu verklären, denn so wichtig und berechtigt das Anliegen, das sie vertrat, auch war, gab es doch in ihr durchaus Probleme, nicht nur, was das Verhältnis der Geschlechter, das Machtgerangel unter Führungspersönlichkeiten oder die selbst innerhalb der Schwarzen Gemeinschaft bestehenden Vorurteile hinsichtlich der Abstufungen der Hautfarbe betraf. Auch unterschiedliche gesellschaftliche Schichten verkehrten nicht unbedingt auf Augenhöhe miteinander, im Roman eindrucksvoll gleich in einer frühen Szene im Bus – nein, nicht der Szene – eingefangen, in der zwei erfolgreiche Geschäftsleute alles andere als nett und respektvoll mit der einfachen Angestellten Rosa Parks umgehen, die zwar für dasselbe politische Ziel eintreten mag wie sie, in ihren Augen aber weit unter ihnen steht.

Rosa Parks selbst wird mit viel Einfühlungsvermögen als intelligente und zugewandte Frau geschildert, die immer nach Verbesserungen strebt (ob nun an der Nähmaschine oder auf sozialer Ebene) und tief von ihrer Familiengeschichte geprägt ist, in der mit den Großeltern noch ihr unmittelbar vertraute Verwandte die Sklaverei erdulden mussten und umgekehrt mit dem in den Norden der USA gezogenen Bruder auch jemand vorhanden ist, dessen Leben zwar nicht frei von Rassismus, aber doch von den extremen Demütigungen der Segregation ist.

Deren haarsträubendes Ausmaß wird unter anderem mithilfe einer fiktiven Gestalt hervorgehoben: Die junge Etta, mit der die Protagonistin sich anfreundet, stammt aus den Nordstaaten und muss sich, um der Liebe willen nach Alabama gekommen, mit der dort radikal anderen Situation zurechtfinden, die ihr aus eigenem Erleben ebenso unvertraut ist wie auch weiten Teilen eines heutigen Lesepublikums, in dessen Lebensrealität es zwar gewiss auch Rassismus gibt, aber eben zumindest keinen gesetzlich verankerten. Überdeutlich wird bei der Schilderung dieser Ungerechtigkeiten auch, dass sie nicht nur durch direkte Gewalt (ob wohl es auch davon mehr als genug gibt) so lange aufrechterhalten werden können, sondern auch durch die verständliche, aber oft zu mangelnder Solidarität führende Angst der Betroffenen und nicht zuletzt auch die schiere Freude kleiner Profiteure der Ungleichberechtigung daran, ihre beschränkte Machtposition auszunutzen. Wer als weißer Busfahrer oder Streifenpolizist eigentlich selbst nicht gerade zu den Spitzen der Gesellschaft zählt, kann sich zumindest den Schwarzen überlegen glauben und sich durch große und kleine Schikanen immer wieder selbst in dieser Annahme bestätigen – Mechanismen, die auch außerhalb des spezifischen historischen Kontexts zu beobachten sind und für die der Roman den Blick schärft. Spätestens, wenn auch noch „besorgte Bürger“ (S. 254) Erwähnung finden, werden die Parallelen zur Gegenwart unübersehbar.

Gleichermaßen greifbar wird jedoch auch, wie Musik, Mode, Religion, Liebe, Freundschaft, Zusammenhalt im Alltag und nicht zuletzt immer wieder auch das Essen (vom tradierten Familienkuchenrezept mit Geheimzutat bis hin zu den in Gemeinschaft genossenen Delikatessen einer brillanten Restaurantköchin) ein Gegengewicht schaffen können, um Menschen eine eigentlich unerträgliche Lebenssituation doch irgendwie bewältigen zu lassen, bis Ausdauer und Zähigkeit endlich mit echten Veränderungen belohnt werden.

Doch der Kampf um Gerechtigkeit hat seinen Preis, gesundheitlich, sozial, finanziell und vor allem auch psychisch. Schon bevor es in der Jetztzeit des Romans bedrohlich wird, zeigt sich das insbesondere an Raymond Parks (Rosas Ehemann), der sich jahrelang aufgerieben hat, um andere Unrechtsopfer (wie etwa die Scottsboro Boys) zu unterstützen, und nun schlicht am Ende seiner Kräfte ist – mit Folgen für seine Ehe. Viel besser ergeht es letztlich auch seiner Frau nicht, denn auch wenn das Buch mit dem Erfolg des Busboykotts von Montgomery eher optimistisch endet, verschweigt das Nachwort, das auch Quellen und bewusste Abweichungen vom historisch Überlieferten offenlegt, nicht, dass Ausgrenzung und Anfeindungen für Rosa Parks und ihre Familie danach so eskalierten, dass ein Wegzug in den Norden unumgänglich wurde. Die mutige Rebellin des Titels ist also in gewissem Maße auch eine tragische Gestalt, die zwar viel für andere bewirkte, der es selbst aber verwehrt blieb, Freiheit und Gleichheit in Sicherheit in ihrer Heimat erleben zu dürfen.

In mehr als einer Hinsicht könnte das Thema des Romans also schwere Kost sein, aber sowohl Eckermann als auch Sullivan sind zu schreiberfahren und begabt, um nicht zugleich eine gute und packende Geschichte zu erzählen, bei der es nichts ausmacht, dass man den Ausgang im Voraus kennt. Es bleibt durchgängig spannend, der Heldin durch ihren Alltag und ihre großen und kleinen Triumphe und Niederlagen zu folgen und tief in eine Vergangenheit einzutauchen, deren Probleme heute allenfalls in ihrer spezifischen Ausprägung, nicht jedoch grundlegend überwunden sind. Gerade in einer Zeit, in der offen rassistische Äußerungen auch in Deutschland selbst in höchsten politischen Kreisen wieder salonfähig werden, ist Die mutige Rebellin daher ein höchst aktuelles Buch, unabhängig davon aber eben auch ein ansprechender Roman, der das Kunststück fertigbringt, einen glauben zu lassen, dass reale Persönlichkeiten durchaus so gewesen sein könnten, wie sie hier geschildert werden.

Patricia Eckermann, James A. Sullivan: Die mutige Rebellin. Rosa Parks – ihr unnachgiebiger Kampf gegen die Unterdrückung wurde zur weltverändernden Bewegung. München, Piper, 2025, 448 Seiten.
ISBN: 978-3-492-06624-2

 


Genre: Roman

A Goblin’s Plight

In dem Dörfchen Oxbridge, in dem es vieles, aber keine Brücke (mehr) gibt, häufen sich rätselhafte Diebstähle. Als der zauberkundige Bäcker und Wirt Orren die Koboldfrau Grix dabei ertappt, sich an seinen Broten zu vergreifen, stellt sich heraus, dass eine ganze Koboldgemeinschaft durch schreckliche Bestien aus ihren Wohnungen in einem Höhlensystem vertrieben worden ist und sich nun nicht anders zu helfen weiß. Die Notlage schreit nach einer Rettungsmission, und so brechen Orren, Grix, die einstige Kämpferin Terna, die inzwischen ein ruhiges Leben als Dorfsheriff führt, die von ihr ins Boot geholte Bardin Besilya, die über besondere Fähigkeiten verfügt, die ihr nicht einmal selbst bewusst sind, und der wiederum von ihr rekrutierte und für seinen Beruf eigentlich ziemlich netten Meuchelmörder Aldeasu (allesamt in bester Tolkien-Tradition von einem Packpony namens Billy begleitet) auf, um die Koboldhöhlen von den Monstern zu befreien. Bald müssen sie erkennen, dass sie es nicht mit einer natürlich entstandenen Schädlingsplage zu tun haben, sondern auf sehr Erschreckendes gestoßen sind …

A Goblin’s Plight, der neue Fantasyroman von Hannah Steenbock, bewegt sich im Genre irgendwo zwischen LitRPG und Cozy Fantasy (auch wenn für die Einordnung in Letztere fast schon zu hart ist, dass sich spät im Buch herausstellt, dass einige Kobolde ein schon eher in Richtung Horror tendierendes Schicksal erlitten haben). Aber Orrens Koch- und Backkünste, der Wert der Freundschaft und der kleinen Freuden des Lebens und nicht zuletzt der ungeahnt sympathische Verlauf, den eine Begegnung mit einem Tier, das sonst in der Fantasy eigentlich zu den klassischen Ungeheuern gehört, mit Folgen für die gesamte weitere Handlung nimmt, sorgen doch in vielen Szenen für eine behagliche Atmosphäre.

An Gefahr für Leib und Leben, dramatischen Kämpfen und beeindruckender Magie mangelt es freilich trotzdem nicht, und da die Geschichte sehr geradlinig erzählt ist, liest sie sich flott als unterhaltsames Abenteuer weg. In einigen Punkten merkt man A Goblin’s Plight dabei an, dass es sich trotz der im Großen und Ganzen in sich abgeschlossenen Episode, die das Buch erzählt, um den Auftaktband zu einer Reihe handelt: So werden zwar die Hinterleute bestimmter unersprießlicher Vorgänge benannt, sind aber nicht greifbar, um daran gehindert zu werden, weiter ihr Unwesen zu treiben, und auch wenn in Bezug auf die mysteriöse Druidin Lynnis, die mehrfach den Weg der Protagonistentruppe kreuzt, etwas Einschneidendes unternommen wird, ahnt man, dass der Handlungsstrang um sie noch keinen endgültigen Abschluss gefunden haben dürfte.

Angenehm liest sich, dass Hannah Steenbock sehr selbstverständlich Figuren unabhängig von ihrem Geschlecht gleichberechtigt agieren lässt. Wer es (wie die Rezensentin) allmählich sehr leid ist, ob nun im Mainstreambereich oder in progressiven Texten immer wieder Variationen der einen alten Geschichte von der unterdrückten Heldin, die sich aus ihrer einschränkenden Frauenrolle herauskämpft, zu lesen, wird daran seine Freude haben, dass hier, im Guten wie im Bösen, Frauen als Menschen wie alle anderen auch behandelt werden.

Alles in allem ist A Goblin’s Plight daher eine ziemlich lockere und entspannende Lektüre, und man kann sich auf die offenbar geplanten weiteren Bände freuen.

Hannah Steenbock: A Goblin’s Plight. The Mengarian Conspiracy Book 1. Kiel, Buehsteppe Verlag, 2025 (E-Book).
ISBN: 979-8-232836-28-3


Genre: Roman

Seelengrube

Julija Orel, genannt Jule, hat nicht gerade das große Los gezogen: Mit dem Ruf (einer Art inhärenter Magie), aber in kleinen Verhältnissen geboren, hat sie es nie über den Rang einer drittklassigen Beschwörerin in Staatsdiensten hinausgebracht und ist in dieser Funktion als Mitglied einer diplomatischen Mission nun auch noch gewaltbereiten Rebellen in die Hände gefallen, die sie zur Kollaboration erpressen wollen. Ihr Zellennachbar im Kerker ist ausgerechnet das gefährliche Monster Mika, das von Menschen herzlich wenig hält. Doch was mit Furcht und Abneigung beginnt, wird schnell mehr als nur ein Zweckbündnis, um die Freiheit wiederzuerlangen, in der Jule sich dann allerdings unversehens allein wiederfindet. Kaum ist sie zurück in ihrer vermeintlich von göttlich verehrten Avataren beschützten Heimatstadt Arges (in der, wie der Name schon suggeriert, tatsächlich einiges im Argen liegt), interessiert sich auf einmal die gefürchtete Geheimpolizei für sie, und auch von anderer Seite werden plötzlich lebensverändernde Entscheidungen für sie getroffen. Hilfe scheint ihr der geheimnisvolle Kestrel anbieten zu wollen, von dem Jule sich kaum minder angezogen fühlt als von Mika, aber was hat es mit ihm wirklich auf sich? Nur eines scheint bald gewiss zu sein: Was Jule bevorsteht, ist etwas ganz anderes als das langweilige, aber sichere Dasein, das sie sich immer ausgemalt hat …

Marie Meiers Debütroman Seelengrube ist mitreißende Science Fantasy, die nicht nur eine packende Geschichte, sondern auch und vor allem ebenso lebendig wie glaubwürdig geschilderte Figuren und einen durchdachten Weltenbau zu bieten hat. So futuristisch und phantastisch die in die Höhe gebaute Stadt Arges dabei auch auf den ersten Blick anmuten mag, eigentlich ist sie ein übersteigertes, sozialkritisches Spiegelbild unserer Gegenwart. Werden in unserer Welt einzelne Ortschaften dem Tagebau oder der Hafenerweiterung geopfert, sind es hier schon einmal ganze Planeten, deren Bevölkerung wirtschaftlichen Interessen weichen muss, und mögen sich in der Realität Wohlhabende in Gated Communitys vom Rest der Menschheit abgrenzen, sind es hier komplette Stadtebenen, für die rigide Zugangsbeschränkungen für die einfachen Leute gelten.

Solch ein System krasser Ungleichheit kann natürlich nur funktionieren, solange diejenigen, die auf seiner Schattenseite stehen, zumindest ansatzweise das Gefühl haben, auch etwas vom guten Leben abbekommen zu können – sei es nun durch die unwahrscheinliche Chance auf einen wortwörtlichen Aufstieg (exemplarisch vorgeführt an Jules Freundin Amy, die nicht nur für eine gefährliche Show schwärmt, deren Gewinnern genügend Geld für ein Entkommen aus den Slums winkt, sondern auch selbst ganz handfest hofft, es durch eine Ehe mit dem richtigen Partner weiter nach oben zu schaffen) oder durch ein gewissen Maß an Brot und Spielen, respektive Pizza, reichlich Alkohol und Streamingdiensten. Apropos Brot und Spiele: Das alte Rom hat als Inspirationsquelle für so manches in Arges gedient, von den militärischen Dienstgraden über die zahlreichen lateinischen Bezeichnungen und den kaum verhohlenen Imperialismus bis hin zur gesellschaftlichen Gliederung selbst, die ja auch in Rom durch die ganz explizite Kopplung bestimmter Vermögensklassen an das Maß von sozialem und politischem Einfluss geprägt war.

Nicht zuletzt dank dieser Hintergründe ist Seelengrube auch ein Roman über Zwänge und Unfreiheit, und es ist fast ironisch, dass die von Erniedrigung und Folter geprägte Gefangenschaft im Kerker, mit der das Buch einsetzt, nur die offensichtlichste, aber vielleicht nicht einmal die umfassendste Form mangelnder Selbstbestimmung ist. Nicht körperlich hinter verschlossenen Türen eingesperrt zu sein, bedeutet noch lange keine echte Freiheit, und so ist es kein Wunder, dass im Lauf der Handlung immer deutlicher im Gebälk zu knirschen beginnt und die sonst überwiegend unterschwellig ausgeübte Gewalt und Gegengewalt auch in unerwarteten Situationen (wie auf der Herrentoilette beim Opernbesuch) plötzlich schockierend hervorbricht.

Die in diese Welt geworfene Jule hat sich durch ihre Begabung und die dadurch möglich gewordene Bildung von ganz unten hochgearbeitet, aber bis zum Beginn des Romans eben nur an eine gewisse Stelle, und das nicht aus fehlendem Talent, sondern infolge der Mechanismen der Gesellschaft (und nicht zuletzt auch der dadurch ausgelösten Minderwertigkeitskomplexe). Als Kind der städtischen Unterschicht, mit der sie noch durch wiederkehrende Albträume, aber auch durch ihren guten Kumpel Florence (der im Lokal seiner Familie schuften muss) verbunden ist, kann sie den Spielregeln der Mittelschicht, der sie nun nominell angehört, nicht komplett genügen, und in der Welt der Reichen und (nicht unbedingt von Natur aus) Schönen, in die sie gelegentlich situationsbedingt katapultiert wird, wirkt sie noch verlorener. Weckt das schon Sympathie und Mitgefühl, funktioniert Jule als Hauptfigur aber auch deshalb so gut, weil sie noch nicht einmal eine klassische Underdog-Heldin ist, sondern schlicht und einfach als sehr fehlbar und menschlich geschildert wird.

Die spannende Handlung spielt mit einigen literarischen Motiven nicht allein aus Science Fiction und Fantasy (wer glaubt, dass nur Novellen ihren Falken haben, wird leider feststellen müssen, dass es auch in einem Roman nicht unbedingt besser für das arme Tier ausgeht als bei Boccaccio), hält aber bis zum Schluss immer wieder Überraschungen bereit und lässt, wie es sich für einen Reihenauftakt gehört, viele Fragen offen. Nicht nur deshalb ist man neugierig auf die Folgebände. Auch die wunderschöne äußere Aufmachung des Buchs, das in Illustrationen von Johanna Lehmert Tätowierungen, Kostüme und Symbole der Welt von Arges bildlich eindrucksvoll darstellt, macht Lust auf mehr.

Marie Meier: Seelengrube. Der letzte Schlüssel 1. Ahrensburg, tredition, 2025, 342 Seiten.
ISBN: 978-3-912037-00-5


Genre: Roman

Alsterdiamanten

Hamburg 1838. Die junge Sophie Achtmann entstammt einer zwar alteingesessenen, aber nur in Maßen vermögenden Kaufmannsfamilie und soll nach dem Plan ihres Großvaters, eines gestrengen Patriarchen, durch eine vorteilhafte Ehe dem weiteren Aufstieg des Hauses dienlich sein. Anders als ihre umschwärmte Cousine Konstanze leidet Sophie jedoch unter den an sie gestellten Erwartungen und hat dadurch etwas mit ihren Brüdern Freddy und Conrad gemein, die aus unterschiedlichen Gründen ebenfalls mit dem ihnen vorherbestimmten Leben unglücklich sind. Ablenkung bietet sich den jungen Achtmanns, als Konstanzes Verlobter und seine Familie einen Hausgast aufnehmen: Die geheimnisvolle Comtesse de Chambourg, die aus Hamburg stammt, aber einst nach Frankreich heiratete, ist zurück in der Stadt, und das in Begleitung ihres ebenso jungen wie attraktiven Beichtvaters Abbé de Guisé. Leander, so sein Vorname, freundet sich rasch mit den beiden Brüdern an und kreuzt auch Sophies Weg immer wieder. Aber ist es wirklich bloße Sympathie, die ihn dabei antreibt, oder verfolgt er nicht vielleicht eher ganz eigene und gefährliche Pläne?

Der mit etwas veränderter Aussprache auch als déguisé zu lesende Name „de Guisé“, unter dem Leander zunächst auftritt, verrät es schon: In Anna K. Thomas’ historischem Roman Alsterdiamanten ist nicht jeder das, was er auf den ersten Blick zu sein scheint. In gewisser Weise gilt das auch für den Roman selbst, denn was zunächst recht klassisch als Familiengeschichte um das vermeintlich hässliche Entlein einer Großbürgerfamilie im Kampf mit der einengenden Frauenrolle der Biedermeierzeit beginnt, entpuppt sich nach und nach als dramatischer Racheplot, bei dem es mit Inzest, Suizid, Opiumsucht, psychischem Zusammenbruch und schließlich auch dem großen Hamburger Brand von 1842 durchaus happig zur Sache geht. Manchen zentralen Figuren ergeht es alles andere als gut, und wenn die Handlung nicht auf eine vollständige Tragödie hinausläuft, so nur, weil sich als eine der zentralen Fragen des Buchs letztlich die erweist, ob ein Teufelskreis aus Unrecht, Vergeltung und zerstörten Beziehungen sich unweigerlich immer weiter fortsetzen muss oder ob nicht die Macht der Vergebung und die Bereitschaft, Unverzeihliches zu verzeihen, einen Neuanfang ermöglichen können. Obwohl die Autorin in ihrem Nachwort betont, die Religiosität der Epoche in ihrem Roman bewusst eher vernachlässigt zu haben, hat man also thematisch den Eindruck, dass durchaus ein wenig die christliche Perspektive der Überwindung von schuldhaften Verstrickungen durch (nicht nur romantische) Liebe und vielleicht nicht verdiente, aber notwendige Vergebung mit hineinspielt.

Anna K. Thomas hat erkennbar Freude daran, die Topographie des alten Hamburg mit seinen Kaufmannshäusern, Fleeten, elenden Gängevierteln und prächtigen Sommervillen an der Elbe zu schildern, und im Nebensatz sind immer wieder viele kulturhistorische Details eingeflochten, die den geschichtlichen Hintergrund verlebendigen. Der Stil dagegen ist eher modern, auch mit einigen umgangssprachlichen Wendungen, und liest sich flott weg, während man gespannt verfolgt, wie Sophie und Leander ihren Weg durch eine ihnen nicht immer wohlgesonnene Welt suchen.

Im Anhang findet sich außer einem Überblick über die zurate gezogene Literatur und einer Liste der im Roman auftretenden oder erwähnten historischen Gestalten auch eine Aufstellung der fiktiven Figuren, aber darauf sollte man erst nach der Lektüre des Romans einen Blick werfen, da ein massiver Spoiler in Bezug auf Leanders wahre Identität enthalten ist. Lieber sollte man beim Lesen selbst Stück für Stück herausfinden, was es mit dem vermeintlichen Abbé auf sich hat.

Anna K. Thomas: Alsterdiamanten. Berlin, Anderland Books, 2022, 368 Seiten.
ISBN: 978-3-96977-122-8


Genre: Roman

Der Ritter von Lar Elien

Als der Zwergenschmied Goswin gemeinsam mit seinem Freund, dem Magier Al-Qarim, für einen künftigen Herrscher das Zauberschwert Sturmlied schmiedet, ahnt er noch nicht, dass die Waffe oder vielmehr ihr Verlust sein Leben verändern soll. Doch ein Überfall, bei dem Al-Qarim getötet und das Schwert geraubt wird, lässt Goswin auf der Burg Lar Elien stranden. Noch kaum von seinen Verletzungen genesen, freundet er sich mit Andert, dem jüngsten Sohn des Burgherrn Graf Willomar, an. Das Kind hat einen Ziehvater bitter nötig: Denn bei Anderts Geburt starb einst Willomars Frau, und seitdem wird der Junge von seinem Vater und seinen beiden älteren Brüdern bestenfalls vernachlässigt, oft aber auch schlecht behandelt. Dank Goswin und des neu auf die Burg gekommenen Waffenmeisters Taril, der ein düsteres Geheimnis mit sich herumträgt, wächst Andert in den folgenden Jahren dennoch nicht ohne Fürsorge auf und ist auf dem besten Weg, innerlich wie äußerlich ein wahrer Ritter zu werden, der gleichwohl immer noch vergeblich nach der Anerkennung seines Vaters strebt. Doch da zeigt sich unversehens, dass Sturmlied vielleicht doch nicht endgültig verloren ist und wiedergewonnen werden könnte …

Hannah Steenbocks Roman Der Ritter von Lar Elien bietet mit vielen Zwischentönen und abseits glattgebügelter Formeln erzählte Fantasy in einer detailliert ausgemalten, mittelalterlichen Welt, deren Kämpferalltag zwischen Waffenübungen und Pferdeversorgung lebensnah geschildert ist und sich durch originelle Details wie eine ganz eigenen Regeln gehorchende Heraldik, eine besondere Art von Turnier und eine spezielle Form des Ritterstands, in den man nicht ganz nach dem aus der realen Welt bekannten Muster erhoben wird, auszeichnet. In seiner atmosphärischen Dichte und seiner thematischen Schwerpunktsetzung erinnert das Buch bisweilen auf die beste Art an den ersten Weitseher-Band von Robin Hobb. Erscheint zunächst Goswin wie die Hauptfigur, verlagert sich der Fokus bald auf Andert, dessen Heranwachsen man mit einigen Zeitsprüngen in klug aneinandergereihten Episoden Stück für Stück miterlebt, bevor er sich, groß geworden, einer lebensgefährlichen Herausforderung nach der anderen stellen muss, um es schließlich gar mit einem Schwert mit sehr ausgeprägtem eigenen Willen (und noch einigen anderen ungewöhnlichen Eigenschaften) zu tun zu bekommen. Viel Action vom Kräftemessen aller Art über brutale Überfälle bis hin zum Ungeheuerkampf hat das Buch daher immer wieder in packender Form zu bieten, aber sie ist nicht einmal das Spannendste, denn die große Stärke liegt in den fein entwickelten Figuren und ihren komplexen Beziehungen untereinander.

Anderts Situation ist dabei durchaus interessant, denn obwohl er als Adelsspross in eine vordergründig privilegierte Stellung hineingeboren ist und damit Chancen hat, die anderen verwehrt bleiben, ist er aufgrund der unglücklichen Umstände seiner Geburt in seiner Familie in solch einem Maße der Außenseiter, dass er darauf angewiesen ist, Freunde und Verbündete zu finden, um durchzustehen, was ihm zugemutet wird. Umgekehrt wird er aber auch immer wieder selbst zum Helfer und Unterstützer, nicht nur für andere junge Leute wie den von seinen Kameraden schikanierten Wachsoldaten Fulchar oder einen zu Besuch weilenden Freiherrensohn, sondern in gewissem Maße auch für Taril, der zwar einerseits nicht nur in Sachen Kampf sein Lehrmeister ist, andererseits aber an einer tragischen Vergangenheit und einer großen Schuld zu tragen hat, die er ohne Anderts frische Perspektive darauf wohl schlechter bewältigen würde.

Ohnehin zeichnet sich Der Ritter von Lar Elien dadurch aus, dass bestimmte Motive in verschiedenen Handlungskontexten klug parallel entwickelt und in ihrer letztlichen Ausgestaltung kontrastiert werden, ob nun das der scheinbar nicht zu erringenden väterlichen Zuneigung und Billigung oder das des tatsächlichen oder nur drohenden Todes eines besten Freundes und der eigenen Verstrickung in die Umstände, die ihm zum Verhängnis werden. Dieses Netz aus großen und kleinen Geschichten läuft am Ende in einer klassisch als rite de passage gestalteten Bewährungsprobe für den frischgebackenen Ritter zusammen, die allerdings nicht die einzige ist, der er sich im Laufe des Romans stellen muss. Zimperlich springt Hannah Steenbock mit ihrem Protagonisten weder in körperlicher noch in psychischer Hinsicht um.

Ein Wermutstropfen bleibt nach dem großen Lektürevergnügen jedoch: Auch wenn Anderts Erlebnisse vorerst zu einem Abschluss gebracht werden, ist dieser nicht mehr als ein Zwischenschritt, denn viele Fragen sind am Ende noch offen, und aufgrund einer bestimmten Entwicklung hat man das Gefühl, dass das eigentliche Abenteuer hier erst beginnt. In der Tat ist Der Ritter von Lar Elien auch als Eingangsband einer Reihe konzipiert, doch laut Vorwort trotz der nicht allzu lange zurückliegenden Veröffentlichung schon im Jahr 2000 geschrieben. Da Hannah Steenbock sich derzeit eher auf ihre englischsprachigen Reihen zu konzentrieren scheint (was aufgrund des größeren internationalen Marktes auch verständlich ist), weiß man nicht so recht, ob man auf eine Fortsetzung der Geschichte um Andert noch hoffen darf. Falls es dauerhaft nur bei diesem einen Roman bleiben sollte, wäre das sehr schade.

Hannah Steenbock: Der Ritter von Lar Elien. Kiel, Buehsteppe Verlag, 2023 (E-Book). 
ISBN: 979-8-2231-9345-6

 


Genre: Roman

Die letzten Erdentage

Als aus dem Stift Walbeck eine wertvolle Reliquie entwendet wird, sind die Hintergründe zunächst rätselhaft und die flüchtigen Täter nicht einzuholen. Der junge Graf Friedrich von Walbeck und der Kanoniker Pater Thangmar übernehmen die Nachforschungen und müssen bald feststellen, dass sie es nicht mit einem alltäglichen Raub zu tun haben, denn im ganzen Landstrich geht Seltsames vor: Man glaubt eine Geistermesse und das Umgehen Untoter beobachtet zu haben, heimliche Bußpredigten unter ungewöhnlichen Umständen versetzen die Bevölkerung in Angst und Schrecken, und bald kommt es sogar zu grausigen Morden. Ein Vorzeichen des vielleicht mit dem Jahr 1000 drohenden Weltuntergangs oder doch nur Menschenwerk? Selbst als sich ein erster Hinweis auf die Schuldigen ergibt, bleiben diese Friedrich und Thangmar immer einen Schritt voraus, ganz abgesehen davon, dass die Ermittler es auch miteinander nicht leicht haben, ist der Geistliche doch schockiert, als er dahinterkommt, dass Friedrich ausgerechnet in die Verlobte seines älteren Bruders verliebt ist. Doch trotz aller Uneinigkeit in Sachen Sünde und Wohlverhalten müssen sich die beiden auf ihrer Reliquienjagd zusammenraufen und am Ende eine gefährliche Reise antreten, die sie bis nach Italien führt, und erkennen erst viel zu spät, dass selbst dort, wo niemand ihn vermutet, ein Verräter lauern kann …

Wie es für die historischen Romane von Martin Schemm typisch ist, kombinieren auch Die letzten Erdentage gut recherchierte und packend in die Handlung eingeflochtene reale Ereignisse mit fiktiven Geschehnissen. Letztere enthalten allerdings in diesem Fall keine Fantasyelemente (was man in einigen Momenten fast bedauert – die eindringlich geschilderte Geistermesse etwa wäre sicher auch grandios geworden, wenn sie sich als echt entpuppt hätte), sondern lassen eine Bande religiöser Fanatiker mit ungeahnten Verbindungen bis in die höchsten Kreise ihr Unwesen zur Zeit Ottos III. treiben, dessen Romzug zur Absetzung des Gegenpapstes Johannes‘ XVI. eine entscheidende Rolle spielt. Ist das grausige Schicksal des glücklosen Pontifex erschütternd, gibt es durchaus auch eher amüsante Aspekte beim Einsatz des historischen Materials, etwa bei der Schilderung der Umtriebe des undurchsichtigen Erzbischofs Giselher von Magdeburg, den trotz seines beträchtlichen Alters weder ein Slawenangriff noch ein Schlaganfall dauerhaft aufhalten kann. Was die Bösewichter angeht, mag ihr Treiben an sich zwar nur für den Roman erdacht sein, nutzt aber die tatsächlich überlieferte Glaubensvorstellung aus, die Propheten Elias und Henoch seien lebendig in den Himmel entrückt worden und würden in der Endzeit auf die Erde zurückkehren, um zu predigen.

Diese Mischung aus Realität und Fiktion setzt sich auf der Figurenebene fort, denn während der fromme, aber kulinarischen Genüssen durchaus nicht abgeneigte Thangmar erfunden ist, handelt es sich bei Friedrich um eine historische Gestalt, wenn auch mit Thietmar von Merseburg heutzutage ein anderes Mitglied der Familie der Walbecker Grafen einen deutlich höheren Bekanntheitsgrad genießt. Was man über sein Leben weiß, ist klug mit den ausgedachten Ereignissen verknüpft, bei denen man in manchem Fall dem historischen Friedrich wünscht, er möge sie nicht unbekannterweise so oder so ähnlich gehabt haben. Denn die Schurken gehen selbst für die Verhältnisse einer oft brutalen Zeit nicht gerade zimperlich zu Werke, wenn sie handfest in die Tat umsetzen, was sie für Gottes Willen halten. So kommt es früh zu einigen bizarren Leichenfunden und im weiteren Verlauf, in dem sich das Tempo und die Gefahr für die Protagonisten noch einmal steigern, auch zu einer nicht gerade pfleglichen Behandlung der Helden selbst.

Es darf also immer wieder kräftig mitgefiebert und mitgebangt werden, aber besonders wirkt der Roman durch seine sehr schönen und atmosphärischen Umgebungsbeschreibungen, die nicht nur die Natur- und Kulturlandschaften im Harzvorland, sondern auch eine winterliche Alpenüberquerung und das mittelalterliche Rom mit seinen teilweise weitergenutzten Ruinen (in denen hier selbstverständlich nichts Gutes lauert) greifbar heraufbeschwören. Sich durch diese Schilderungen in die fremde, aber in manchen allgemeinmenschlichen Zügen dann doch wieder vertraute Welt des späten 10. Jahrhunderts versetzen zu lassen, macht viel Vergnügen. Es lohnt sich also durchaus, sich auf die Suche nach dem leider nur noch antiquarisch erhältlichen Buch zu machen, um eine spannende Zeitreise zu unternehmen.

Martin Schemm: Die letzten Erdentage. Historischer Roman aus der Zeit Kaiser Ottos III, o.O., ost-nordost, 2016, 296 Seiten.
ISBN: 978-3-938247-23-5


Genre: Roman

The Gladiator’s Passion

Der im römischen Britannien aufgewachsene junge Militärarzt Maius Florius Corvinus hat Liebeskummer, denn der Mann, den er seit Jahren anhimmelt, ohne dass sein Interesse je erwidert worden wäre, heiratet, und dann auch noch ausgerechnet die Schwester seines unglücklichen Verehrers. Ein neuer Posten im fernen Vetera am Rhein soll Maius äußerlich wie innerlich den nötigen Abstand verschaffen, und dass er ihn nur übernehmen kann, wenn er sich mit der übellaunigen Katze seines Vorgängers arrangiert, ist bald sein geringstes Problem. Denn aus einem spontanen Liebesabenteuer mit dem gefeierten Gladiator Rufulus alias Caomh wird schnell mehr, als auch nur einer von beiden im Voraus hätte ahnen können, und als wäre eine ernsthafte Beziehung zwischen einem ehrbaren Arzt und dem Bodensatz der Gesellschaft nicht ohnehin schwierig genug, macht der von seinem harten Leben gezeichnete Caomh es Maius auch nicht unbedingt immer leicht. Doch auch abseits von Argwohn und Missverständnissen droht Ungemach: Der bösartige Legat Ulpianus, der Caomh einst als Kriegsgefangenen versklavte und widerrechtlich in die Arena schickte, ist in der Gegend, und was er vorhat, könnte das brüchige Idyll restlos zerschmettern …

Der Titel The Gladiator’s Passion verrät es: Sandra Schwabs im römischen Xanten angesiedelter Liebesroman ist keiner, in dem die Figuren schüchtern die Schlafzimmertür hinter sich zuziehen, bevor es handfest zur Sache geht, und das tut es zwischen Maius und Caomh nicht zu knapp. Wer angesichts der detailfreudig ausgemalten erotischen Szenen aber davon ausgeht, die typische Form unterhaltsamer Romance vor sich zu haben, in der der historische Hintergrund bestenfalls eine vage Kulisse ist, irrt, denn The Gladiator’s Passion ist vor allem eines: verdammt gut recherchiert, weit besser als manch ein sich nach außen hin vielleicht anspruchsvoller anmutende Roman. Damit bietet das Buch auch ganz abseits von Lust, Liebe und gehöriger Dramatik viel Lesevergnügen beim Entdecken all der eingeflochtenen historischen Details, ganz abgesehen von augenzwinkernden literarischen Anspielungen. So werden Fans von Rosemary Sutcliff ein bestimmtes Schmuckstück in einem hier geschilderten wiedererkennen (und sich amüsieren, dass Sandra Schwab sogar eine Erklärung für eine bei Sutcliff immer wieder erwähnte Beschädigung liefert), während alle, die gern Fantasy lesen, das drohende Verhängnis wohl schon ahnen, wenn ein Würstchen ausgerechnet bei einem Mann mit dem völlig unverdächtigen Namen Dibblinius erstanden wird.

Bei allem immer wieder aufscheinenden Humor zeichnet Schwab aber durchaus kein geschöntes Bild der Römerzeit. Schattenseiten wie die hohe Kindersterblichkeit, die allgegenwärtige Kriminalität (oder die brutalen Strafen dafür) und vor allem immer wieder auch die Sklaverei spielen durchaus eine Rolle und prägen  die Figuren. Wie Caomh sich in einer Welt, die ihm so ziemlich alles zugemutet hat, was kein Mensch sollte erleben müssen, an seinen Stolz klammert und mit Zynismus auch vor sich selbst zu überspielen versucht, wie tief seine seelischen Wunden eigentlich gehen (und wie sehr er menschliche Nähe bräuchte), ist einfühlsam eingefangen, obwohl man mitleidet, wenn ausgerechnet der herzensgute Maius, dessen sensibler Umgang auch mit von anderen Verachteten eine mögliche Erklärung in seiner besonderen Familiengeschichte hat, wiederholt unverdient einiges an Misstrauen und hilfloser Wut erdulden muss. Die größeren Veränderungen ergeben sich im Laufe der Geschichte also sicher bei Caomh, doch auch bei Maius gibt es einige nett subtile Entwicklungen, ob er nun die lang ersehnte Zuneigungsbekundung der reservierten Katze endlich bekommt, als er sie eigentlich von ganz anderer Seite gebrauchen könnte, oder, nachdem er erst beim Einkaufen nicht um den Preis feilschen mochte, am Schluss des Buchs offensichtlich oft genug über seine Grenzen hinausgetrieben worden ist, um sich nicht mehr zu scheuen, auf seine Art bei einem Kissenhändler das Bestmögliche herauszuholen.

Ohnehin sind die Figuren bis in die Nebenrollen hinein gut gezeichnet, ob nun der lebenslustige Centurio Damianus, mit dem Maius sich anfreundet und der immer auf das örtliche Bier und die Aufmerksamkeit der Damenwelt erpicht ist, der unter dem Spitznamen Cepula („Zwiebelchen“) bekannte Wirt, der Caomh so etwas wie ein väterlicher Freund ist, der gefürchtete Pilus Prior Adelphios, mit dem sich zwar niemand anlegen möchte, auf den aber im Zweifelsfall doch mehr Verlass ist als erhofft, oder auch Maius’ Familienangehörige, denen selbst Caomhs schlechte Laune auf die Dauer nicht gewachsen ist. Der Spaß, den die Autorin selbst an ihren Charakteren hat, ist in jeder Zeile greifbar und überträgt sich beim Lesen, und dass wiederholt auch die amüsanten Seiten der Epoche (wie die übergroße Zierfischbegeisterung oder der schwunghafte Souvenirhandel, der Maius zu einer ganzen Sammlung von Gladiatorenfigürchen mit – sehr wichtig! – aufgemalten Sommersprossen verhilft) vorkommen, sorgt dafür, dass sich das Buch trotz aller üblen Dinge, die den Helden zustoßen, insgesamt ausgesprochen vergnüglich liest. Wer für ein paar flotte Lesestunden in ein überzeugend heraufbeschworenes römisches Germanien abtauchen möchte und sich nicht scheut, sich dabei auf den Liebesromanaspekt einzulassen, sollte Maius und Caomh also eine Chance geben.

Sandra Schwab: The Gladiator’s Passion, o.O. 2023 (E-Book).
ISBN: 979-8-22-324047-1


Genre: Roman

Rätselhaftes Saint-Rémy

Der junge Archäologe Gaspard Rouge liegt eines Morgens erschossen am Quellheiligtum der archäologischen Ausgrabungsstätte Glanum in der Provence. Ermittler Roger Blanc steht zunächst vor einem Rätsel, denn viele hätten Gelegenheit und vielleicht auch ein Motiv gehabt, dem aus Paris angereisten Forscher etwas anzutun, der neidische Kollege ebenso wie die Chefin, mit der er ein Verhältnis hatte, die undurchschaubare Museumsleiterin, der in den nahen Bergen aktive örtliche Raubgräber oder sogar die neopaganen Überzeugungen anhängende Kosmetikerin, die heimlich heidnische Rituale durchführt. Doch je mehr Blanc über Rouge und dessen Umfeld in Erfahrung bringt, desto deutlicher wird, dass die Hintergründe des Mordes vielleicht gar nicht in der unmittelbaren Vergangenheit zu suchen sind, sondern Verbindungen zu einem rätselhaften ungeklärten Fall aufweisen, der ein Vierteljahrhundert zurückliegt …

Cay Rademacher macht in seinem neuen Krimi Rätselhaftes Saint-Rémy mit Glanum eine der schönsten archäologischen Stätten überhaupt zu einem der zentralen Schauplätze, und auch sonst kann das Buch fast als Reiseführer dienen, wenn das nahe Glanum gelegene, titelgebende Städtchen Saint-Rémy, andere pittoreske Ortschaften der Provence und die Landschaft der Alpilles geschildert werden. Das geschieht so stimmungsvoll und gekonnt, dass man Verständnis dafür hat, dass manche der Verdächtigen etwas zu gewollt bei bestimmten Sehenswürdigkeiten platziert werden, damit die Befragung immer auch in eine schöne Umgebungsbeschreibung eingebettet werden kann.

Parallel zu dem Mordfall (hinter dem sich diesmal eine wirklich üble Geschichte mit mehr als nur einem Opfer und auch mehreren in unterschiedlicher Form Tatbeteiligten verbirgt) entwickelt sich natürlich auch das Privatleben des durchaus diversen Ermittlungsteams weiter, wenn auch nicht in allen Fällen zum Guten: Polizist Marius und seine wohl doch nicht ganz überwundene Alkoholsucht bieten Anlass zur Sorge, während seine Kollegin Fabienne, noch nicht lange verheiratet und schwanger, mit ihrer Frau in einer handfesten Ehekrise steckt. Allein bei Roger Blanc selbst herrscht häuslicher Friede, so dass er eigentlich gar keinen Anlass hat, so oft „scheiß drauf“ zu sagen (bzw. zu denken), wie er es in diesem Band tut – sprachlicher Realismus in allen Ehren, aber das ist in der Häufung dann doch etwas zu viel des Guten.

Überhaupt hätte das Lektorat an manchen Stellen gründlicher sein können, denn dann hätte z. B. auffallen können, dass bei Saint-Paul-de-Mausole fälschlich durchgängig die Schreibung „Mausolé“ gewählt ist (vielleicht aufgrund einer Verwechslung mit dem französischen Wort mausolée, also Mausoleum), die eine andere Aussprache impliziert, oder dass die Nichte der Museumsleiterin auch schon einmal als deren Tochter bezeichnet wird. Aber auch abgesehen von solchen Kleinigkeiten, über die man hinweglesen kann, darf man bei der Roger-Blanc-Reihe generell über eines nicht zu genau nachdenken: Immer wieder wird betont, dass Blanc noch kein ganzes Jahr in der Provence lebt. Dass er in der kurzen Zeit schon zwölf Mordfälle aufgeklärt hat, mag krimireihentypisch sein, aber unterdessen ist auch die Corona-Zeit samt Lockdowns, die in einigen der letzten Bücher vorkam, nicht nur angebrochen, sondern auch komplett wieder vergangen. Da der vorliegende Band ganz explizit 2025 spielt (das Jahr 2000 liegt 25 Jahre zurück), fragt man sich in der Rückschau also durchaus, wie genau man sich den Zeitablauf von Blancs Abenteuern vorzustellen hat.

Blendet man dieses Kontinuitätsproblem aber aus, ist Rätselhaftes Saint-Rémy alles in allem eine spannende und unterhaltsame Lektüre mit gut gezeichneten Figuren und einem Handlungsort, der ohnehin unschlagbar ist, so dass allein schon deshalb nicht nur Provencefans daran Vergnügen finden können.

Cay Rademacher: Rätselhaftes Saint-Rémy. Ein Provence-Krimi mit Capitaine Roger Blanc. Köln, Dumont, 2025, 494 Seiten.
ISBN: 978-3-8321-6822-3


Genre: Roman