Archiv der Kategorie: Allgemein

Foto der Romane "Tricontium" und "Die Teeräuber" mit Herbstlaub und einer Kastanie dekoriert

Werbung in eigener Sache: Herbstbücher

Der Sommer neigt sich allmählich dem Ende zu, und mit dem Herbst kommt meine Lieblingsjahreszeit näher – Grund genug, noch einmal darauf hinzuweisen, dass zwei meiner Romane im Herbst spielen.

In Tricontium würde ohne einen Kürbisdiebstahl, der unmittelbar vor dem Einsetzen der Handlung begangen wird, alles ganz anders kommen. Die Teeräuber lassen sich selbst von einem Herbststurm nicht aufhalten. Mit Geisterspuk ist in beiden Büchern zu rechnen, aber zum Ausgleich gibt es auch reichlich warmen Tee und gemütliche Abende am Feuer.

Wer mehr über meine Romane und Geschichten wissen möchte, findet hier alle wichtigen Informationen und Leseproben.

Neu rezensiert: Auf keiner Landkarte

Auf keiner Landkarte, der zuletzt auf Deutsch erschienene Band von Louise Pennys Krimis um den kanadischen Ermittler Armand Gamache, hat eine ebenso spannende wie traurige Geschichte um eine historische Landkarte zu bieten, aber der eigentliche Mordfall ist nicht der am besten konstruierte der Reihe.

Mehr über die dennoch lohnende Lektüre in der neuen Rezension.

Werbung in eigener Sache: Lesung aus „Tricontium“

Am 25.06.2022 lese ich im Rahmen des Bücher- und Lesetags auf dem Hofgestüt Bleesern aus meinem Roman Tricontium. Die Lesung findet um 14 Uhr je nach Wetterlage entweder auf der Streuobstwiese oder im Großen Saal statt.

Cover des Romans "Tricontium"

Cover: Sameena Jehanzeb

Außerdem gibt es in Bleesern noch zahlreiche andere Angebote rund um Bücher und weitere Lesungen. Besonders die von Juliana Socher, die um 15 Uhr am selben Ort unter anderem aus Altweiberwohnen liest, sei allen wärmstens ans Herz gelegt.

Buchempfehlung: Frozen, Ghosted, Dead

Wer schon eine Weile auf Ardeija.de mitliest, kennt Sameena Jehanzeb als Grafikerin und als Autorin. Jetzt ist sie mit einem neuen Buch zurück, das ich lektorieren durfte und für das ich nicht nur deshalb hier ein bisschen Werbung mache: Frozen, Ghosted, Dead.

Im Jahre 2204 haben sich die Verhältnisse auf der Erde im Vergleich zu heute gründlich geändert – aber nur bis zu einem gewissen Grade: Noch immer gibt es Ausgrenzung und Unterdrückung, die bestimmten Bevölkerungsgruppen das Leben schwer machen. Grund genug für Niobe, deren Cousine von einem diskriminierenden Gesetz betroffen ist, an die Auswanderung auf einen fernen Planeten zu denken. Die Planungen für dieses kostspielige Vorhaben und der gewaltsame Tod ihrer Mutter, einer umstrittenen Politikerin, belasten sie eigentlich schon genug, doch dann wirft etwas ihr Leben noch weiter aus der Bahn: Urplötzlich erhält sie Morddrohungen von einem Menschen, der sich „Geist“ nennt, erst nur in der virtuellen Realität, dann aber auch ganz handfest vor der eigenen Wohnungstür.

Personenschutz, den Niobe sich eigentlich gar nicht leisten kann, muss also her, und mit der gerade von ihren üblichen Pflichten entbundenen L ist tatkräftige Hilfe auch schnell gefunden. Aber der Psychoterror gegen Niobe nimmt kein Ende, und L hat ihre eigenen Geheimnisse, die ihr Vertrauensverhältnis zu Niobe schnell ins Wanken bringen könnten, wenn sie ans Licht kämen. So ist es bald nicht mehr die einzige Komplikation, dass die beiden einander alles andere als unattraktiv finden, obwohl Niobe emotionale Verwicklungen auf der Erde eigentlich gar nicht brauchen kann …

Frozen, Ghosted, Dead ist futuristischer Thriller und Liebesroman zugleich, mit einem ungewöhnlichen Protagonistinnenduo, dessen vorsichtige Annäherung aneinander man ebenso gern verfolgt wie seine packenden Abenteuer bei dem Versuch, dahinterzukommen, wer der geheimnisvolle „Geist“ ist, der es auf Niobe abgesehen hat. Popkulturanspielungen, bissiger Humor und eine detailfreudig ausgemalte Zukunft, die ebenso viele vergnügliche wie dystopische Elemente zu bieten hat, garantieren ein unterhaltsames Lektüreerlebnis.

Wie von Sameena Jehanzeb gewohnt, ist die äußere Aufmachung des Buchs auch wieder etwas Besonderes. So hat das Glossar hübsch gestaltet seinen Platz auf den Umschlagklappen gefunden, und die Kapiteltitel greifen durch ihre Gestaltung ein Element aus der Welt des Romans geschickt wieder auf und ermöglichen es beim Lesen, sich auf mehr als nur eine Art in die Geschichte von Niobe und L hineinzuversetzen. So ist Frozen, Ghosted, Dead auch in dieser Hinsicht ein kreatives Leseabenteuer für Fans der Autorin und alle, die das erst noch werden wollen.

Sameena Jehanzeb: Frozen, Ghosted, Dead. Ein Zukunftsroman. Bonn, Selbstverlag, 2022, 424 Seiten.
ISBN: 978-3-98595-326-4

Neugierig geworden? Von Sameena Jehanzeb gibt es noch weitere Bücher:

BRÏN
Winterhof
Was Preema nicht weiß

Werbung in eigener Sache: Der Ringeltaubenmantel als E-Book

Ardeija.de wünscht allen ein frohes neues Jahr!

Cover des Romans "Der Ringeltaubenmantel"

Cover: Sameena Jehanzeb

2022 beginnt mit einer guten Nachricht: Mein Roman Der Ringeltaubenmantel ist jetzt auch als E-Book verfügbar (ISBN: 978-3-7557-4546-4, 5,49 Euro).

Wer also lieber am Bildschirm als auf Papier liest, kann sich jetzt auch in die Abenteuer von Asri und Ardeija stürzen. Alle weiteren Informationen zum Buch im Blogbeitrag zu seinem Erscheinen.

Winterpause

Allen Leseratten und Bücherwürmern einen schönen 4. Advent, friedliche Weihnachtstage und danach einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Auf Ardeija.de beginnt jetzt die alljährliche Winter- und Weihnachtspause.

2022 geht es hier mit neuen Rezensionen weiter.

Werbung in eigener Sache: Der Ringeltaubenmantel

Mein Roman Der Ringeltaubenmantel ist ab sofort als Taschenbuch im Buchhandel zu bestellen. Sobald auch die E-Book-Version erhältlich ist, weise ich in einem gesonderten Blogbeitrag darauf hin.

Wie immer gibt es reichlich Tee und Geister, diesmal aber auch Erdbeeren, Taubenschwingen und einige folgenschwere Veränderungen für alte Bekannte …

Cover des Romans "Der Ringeltaubenmantel"

Cover: Sameena Jehanzeb

Mit friedlichen Junitagen ist in der märchenhaft frühmittelalterlichen Stadt Aquae Calicis auf alle Fälle nicht zu rechnen:

Ein Kirchendieb wird auf frischer Tat ertappt, schweigt jedoch über seine Motive. Ardeija, der Hauptmann der Hochgerichtswachen, nimmt die Ermittlungen auf. Aber wem kann er dabei trauen, wenn der langjährige Gerichtsschreiber gefährliche Geheimnisse hat, die bescheidene Nachbarin auf einmal einen verdächtig kostbaren Mantel besitzt und selbst auf die ortsansässigen Geister nur bedingt Verlass ist? Ein neues Abenteuer in Aquae Calicis beginnt.

Das aber ist nur die halbe Geschichte, denn neben Ardeija spielt seine Mutter Asri die wichtigste Rolle und erkennt, dass es nie zu spät ist, lesen zu lernen – oder fliegen.

Der Ringeltaubenmantel lässt sich unabhängig von meinen anderen Büchern lesen, aber wer wissen möchte, wie der Roman sich in den Gesamtkontext meiner Geschichten einfügt, findet im Blog eine Übersicht über die bisher erschienenen.

Wie immer stammen Cover und Buchgestaltung von Sameena Jehanzeb (saje design).

Neugierig geworden? Eine Leseprobe ist hier zu finden (PDF).

Maike Claußnitzer: Der Ringeltaubenmantel. Norderstedt, Books on Demand, 2021, 432 Seiten, 14 Euro.
ISBN: 978-3-7557-4285-2

 

Interview mit Heike Baller

Heike Baller beschäftigt sich nicht nur in ihrem Blog Kölner Leselust mit Lyrik und mit Büchern, sondern hat vor kurzem auch einen eigenen Haiku-Band veröffentlicht: Mein Jahr in Haiku. Ein wenig mehr darüber erzählt sie in dem Interview, das ich mit ihr führen durfte.

Liebe Heike,

vielen Dank schon einmal im Voraus, dass du meine neugierigen Fragen beantwortest! Passend zu den drei Versen eines Haiku sind es drei, allerdings aus praktischen Gründen nicht mit der klassischen Silbenzahl 5 – 7 – 5.

Um was für eine Gedichtform es sich bei Haiku handelt und wie du auf Spaziergängen deine Natureindrücke poetisch festgehalten hast, schilderst du ja schon im Nachwort zu Mein Jahr in Haiku. Du bist aber ja nicht nur Dichterin und Lyrikkennerin, sondern trägst Gedichte auch gern vor, z. B. auf deinem YouTube-Kanal. Inwieweit beeinflusst deine Erfahrung mit gesprochener statt nur leise gelesener Literatur dein eigenes Dichten?

Haiku gehören nach meiner Erfahrung nicht zu einer Gedichtform, die sich gut fürs Vorlesen eignet. In meiner ersten Lesung von Herbstgedichten hab ich es mit eigenen versucht, bin aber mit dem Ergebnis als Ganzem nicht so zufrieden. Es ist mir dann auch aufgefallen, dass Haiku auch sonst nicht zu meinem Vorleserepertoire gehören. Das muss ja Gründe haben …

Die Besonderheit von Haiku liegt in der Aufteilung der 17 Silben – deshalb spielt der Gedanke ans Vorlesen bei der Formulierung für mich eine sehr untergeordnete Rolle. Am ehesten noch dann, wenn ich aus Silbenzählgründen starke Verkürzungen nutzen will wie „‘s ist“ wenn ich  mal die Mittelsilbe „verschlucke“ – „vergangnen“ statt „vergangenen“.

Ursprünglich hast du deine Haiku in Form eines Blogprojekts präsentiert, das ein Jahr umspannte und nun nur noch unregelmäßig weitergeführt wird – jetzt aber sogar mit etwas ganz Neuem für dich, nämlich einem englischen Haiku. Welche Erfahrungen hast du damit gemacht, in einer Fremdsprache zu dichten?

Oh, das war mit großer Wahrscheinlichkeit eine Ausnahme. Ich beherrsche keine Fremdsprache so dass ich darin auf adäquate Weise so verkürzen kann, wie es ein Haiku verlangt. (Und an größere Formen wage ich mich erst mal nicht heran.). In diesem Fall war es wirklich ein Sprachbild, das mit der Außenwelt korrespondierte. Und mit deiner Hilfe konnte ich es ja dann auch korrekt ausdrücken.

Ich schließe nicht aus, dass solche Experimente vorkommen können; im Frankreichurlaub huschten auch französische Zeilen durch meinen Kopf – aber das alles war zu rudimentär, um was draus zu machen. Wait and see. Oder : Qui vivra verra. 😉

Beruflich bist du als Recherchemeisterin eine Expertin für sorgfältige Nachforschungen. Ist das Einfangen spontaner Eindrücke im Haiku für dich eine Gegenwelt dazu oder ergibt sich die Leichtigkeit der Momentaufnahmen auch und gerade aus dem genauen Hinsehen, das dein täglich Brot ist?

Das ist eine schwierige Frage. Wie ich im Nachwort ja schrieb, sprang mich das erste Haiku quasi an. Da war nichts beabsichtigt. Aber es war wie das Öffnen einer Tür – auf einmal kam da ‘ne Menge raus. Und erst dann habe ich es als Gegenpol zu meiner Arbeit etabliert. Allerdings nicht unter dem Aspekt „genau gucken“ à la Recherche, sondern unter dem Aspekt „genau gucken, um nicht an die Arbeit zu denken“. Indem ich mein Augenmerk – im Wortsinne – auf meine Umgebung richtete, konnte ich in meinem Kopf nicht ständig um Seminarinhalte und -abläufe, Suchmaschinen und OPAC kreisen. Das war sehr erholsam und, ja, nützlich.

Irgendwann hatte sich dieser Blick nach außen etwas verselbständigt – ich bin im Grunde fast nie ohne mindestens ein Haiku oder den Anfang zu einem nach Hause gekommen. Natürlich gibt es immer mal wieder Tage, an denen bei der Morgen- oder Mittagsrunde doch die Arbeit die Hauptrolle spielt. Doch wenn ich das merke, kann ich – unter Stress nur kurz – meinen Fokus ändern.

Doch eigentlich hat das nicht viel mit genauem Hinschauen, also gezieltem genauen Hinschauen, zu tun, sondern mit neugierig in die Welt gucken. Und dann fallen mir Sachen auf oder zu und ich spiele daran rum, wie ich den Eindruck in 17 Silben packe.

Von daher: Bei den Haiku bleibt die Rechercheurin eher außen vor.